Hockey RHEINPFALZ Plus Artikel DHC-Damen verpassen Aufstieg in die Regionalliga

Trotz makelloser Oberliga-Saison hatten der DHC und Julia Eitel in den Relegationsspielen gegen München das Nachsehen.
Trotz makelloser Oberliga-Saison hatten der DHC und Julia Eitel in den Relegationsspielen gegen München das Nachsehen.

Nach perfekter Oberliga-Saison scheitern die DHC-Damen in der Relegation. Der bayerische Meister ESV München bleibt eine Nummer zu groß.

Sie wollten eigentlich direkt wieder in die Regionalliga aufsteigen, aber nach einer souveränen Oberliga-Saison ohne Punktverlust erwiesen sich die bayerischen Meisterinnen vom ESV München als eine zu hohe Hürde für die DHC-Damen.

Nach dem einjährigen Gastspiel in der Regionalliga konnte das Ziel der DHC-Damen für die Saison 24/25 in der RPS-Oberliga nur Wiederaufstieg heißen. Aber leider bedeutet der Meistertitel in der Oberliga nicht automatisch auch den Aufstieg in die Regionalliga, von der es bei den Damen, anders als bei den Herren nur eine gibt. Denn davor liegen noch die Aufstiegsspiele gegen einen weiteren Oberligameister aus dem Bereich des Süddeutschen Hockeyverbandes. Und der bayerische Meister war in diesem Jahr eben stärker als der RPS-Meister und steigt damit verdient auf.

Zu Saisonbeginn im vergangenen Herbst wusste das Trainergespann Uwe Krauß und Dirk Baumgarten nach Veränderungen im Team nicht so genau, wie sie das Potenzial der Mannschaft einschätzen sollten. Doch mit vier Siegen aus vier Spielen gingen die DHC-Damen entspannt als Tabellenführer in die Winterpause. Und die erfolgreiche Hallenrunde mit dem Aufstieg von der Zweiten in die Erste Regionalliga machte Lust auf mehr.

Auch zum Neustart in die Feldrunde änderte sich der Kader erneut. Johanna Eitel hatte sich zum Studium nach Frankfurt verabschiedet, dafür war ihre Schwester Julia Eitel schon im November zurückgekommen. Mit der erst 16-jährigen Lilli Rall bekam die Abwehr Verstärkung aus der Jugend. Und im Laufe der Runde stieß mit Alina Klein eine weitere Abwehrspielerin und für die beiden Aufstiegsspiele mit Lisa Oehler noch eine Offensivkraft zum Team. Beide hatten schon früher für den DHC gespielt, beide hatten ein paar Jahre lang den Hockeyschläger aus der Hand gelegt und beide seien ein Zugewinn für die Mannschaft gewesen, lobte das Trainerteam.

Zunächst aber sorgte ein Terminchaos für Unruhe in der Liga. Beim Hockey-Verband Rheinland-Pfalz/Saar war die Terminierung der Relegationsspiele übersehen worden und so mussten zwei Spieltage vom Ende Juni vorgelegt werden. So starteten die DHC-Damen eine Woche früher als ursprünglich geplant. Sie ließen sich davon aber nicht beirren und fuhren einen deutlichen 8:0-Sieg über die TSG Kaiserslautern ein. Die Westpfälzerinnen mussten am Rundenende als Tabellenletzter in die Verbandsliga absteigen. Für den DHC folgte nach dem 2:0-Sieg über den KHC die wichtige Partie beim TV Alzey. Ein häufig unangenehmer Gegner für die Dürkheimerinnen. Doch die Alzeyerinnen erwiesen sich in dieser Saison als nicht so stark wie gewohnt und nach dem 2:1-Sieg wurde in Dürkheim schon einmal der Sekt kaltgestellt. Denn nun fehlte nur noch ein Punkt, um die Meisterschaft zu sichern.

Den holten sich die DHC-Damen beim souveränen 4:0-Sieg unter der Woche beim Kreuznacher HC. Richtig gefeiert wurde der Titel aber erst nach dem nächsten Heimspiel, als der TSV Schott Mainz, Mitabsteiger aus der Regionalliga, mit 4:2 besiegt wurde. Das letzte Saisonspiel gegen die TG Worms sollte als Vorbereitung für die Relegationsspiele genutzt werden. Da die Wormserinnen sich im Frühjahr verstärkt hatten, waren sie auch ein ernster zu nehmender Gegner als noch im Hinspiel im Oktober. Der DHC-Sieg fiel mit 2:1 deutlich knapper aus als noch im Herbst. Mit der Gesamtbilanz waren die Trainer natürlich zufrieden, 30 Punkte aus zehn Spielen und ein Torverhältnis von 42:7 Toren können sich sehen lassen. Sie sahen aber auch, dass gegen stärkere Gegner noch eine weitere Leistungssteigerung kommen muss.

Vier Wochen nach dieser letzten Oberliga-Partie stand das erste Relegationsspiel beim ESV München an. Doch der bayerische Meister erwies sich als zu große Hürde. 0:3 in München und trotz Leistungssteigerung 0:4 in Bad Dürkheim unterlagen die DHC-Damen den technisch und läuferisch stärkeren Münchenerinnen. Das akzeptierten auch alle beim DHC so.

Schon vor dem Start im April hatten Krauß und Baumgarten über die schlechte Trainingsbeteiligung geklagt. Zum Abschluss des Trainings konnte meist nur auf dem Dreiviertelfeld gespielt werden. Auch für das Eckentraining wichtige Spielerinnen hatten immer wieder gefehlt. Gerade in den ersten Spielen merkte man besonders, dass die Abstimmung nicht immer optimal war. Immerhin hatte die Einstellung gestimmt, die Trainer lobten Willensleistungen und Kampfbereitschaft. Aber, so stellte Krauß ein bisschen resigniert fest, habe man Trainingsrückstände gesehen, sei die Entwicklung der Mannschaft geringer gewesen, als sie hätte sein können.

Noch ist offen, wie es im September mit den DHC-Damen tatsächlich weitergeht. Das Gastspiel von Lisa Oehler bleibt ein kurzes, sie geht zum Studium in die Niederlande. Alina Klein bleibt zwar bis September, wo es sie nach Abschluss ihrer Masterarbeit hin verschlägt, ist noch völlig offen. Andere Spielerinnen haben seit dem Frühjahr ihr Abitur in der Tasche, auch da ist noch nicht klar, ob sie bleiben werden. Die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt in diesen Tagen wieder, hoffentlich mit einem ausreichend großen Kader, sicherlich mit motivierten Spielerinnen.

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