Bad Dürkheim Der Mann mit der (fast) weißen Weste

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Wachenheim. Was für eine Bilanz: 36 Siege und nur eine Niederlage. Harry Ledule vom TuS Wachenheim hat sich mit dieser Leistung in der Tischtennis-Kreisklasse A an die Spitze der 78 Spieler umfassenden Rangliste gesetzt. Der Zweitplatzierte hatte schon fünf Niederlagen kassiert ...

Eine fast weiße Weste also, die Ledule da hat. Eine Niederlage, nur eine einzige. „So ein ganz klein bisschen ärgert das dann schon“, räumt der 64-Jährige lachend ein. 18 Hinrundenspiele ohne Niederlage, da fing der eine oder andere Kollege schon mal an zu „zündeln“: Ob er’s wirklich schafft? Es kam, wie es kommen musste. „Einer, gegen den ich in drei Spielen schon dreimal gewonnen hatte“, erinnert sich Ledule. „Aber an dem Tag ist ihm alles gelungen, alle Bälle kamen wieder.“ Ein Sahnetag, den Ledules Konkurrent da erwischt hatte. Ein Sportler muss halt auch mal verlieren können. Was Ledule durchaus kann, auch wenn er es in jüngster Vergangenheit auch beinahe verlernt hätte. Denn auch im Doppel war Ledule zusammen mit Wolfgang Hick eine Klasse für sich, das Duo belegte Platz zwei der Rangliste, auch hier steht nur eine einzige Niederlage in der Statistik. Also verlieren kann der Dürkheimer schon, zumal die Atmosphäre beim Tischtennis doch eine eher familiäre ist. Bei allem sportlichen Ehrgeiz, versteht sich. Fühlt sich so ein Seriensieger nicht ein bisschen überfordert? Harry Ledule lächelt: „Nein, bestimmt nicht.“ Denn das Niveau in der Kreisklasse, in der Wachenheim III gespielt hat, ist nicht von schlechten Eltern. „Tischtennis kann man ja bis ins hohe Alter spielen“, erklärt der TuS-Kapitän. „Und in dieser Liga trifft man dann schon auf Leute, die in jüngeren Jahren höherklassiger gespielt haben.“ Nicht zu vergessen die Talente, die Jungen, die Hungrigen, die nach „oben“ streben. Die Älteren gleichen die Jahre durch Erfahrung aus, spielen taktisch. „Und ein nasses Hemd haben wir natürlich auch“, grinst Ledule. Will sagen, die Routiniers legen sich halt auch voll ins Zeug. Harry Ledule, vor wenigen Jahren von Wachenheim nach Bad Dürkheim umgezogen, ist dem TuS seit Urzeiten treu. „Mit 27 Jahren habe ich mit Tischtennis angefangen, spiele jetzt seit 37 Jahren in Wachenheim“, rechnet er vor. Und fühlt sich am grünen Tisch pudelwohl: „Die Tischtennis-Abteilung ist eine der bestgeführten im Verein.“ Das Umfeld, in dem auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, stimme. So war er sich auch nicht zu schade „abzusteigen“. Ledule erklärt: „Ich habe in der zweiten Mannschaft gespielt. Aber die dritte drohte zu zerfallen.“ Also widmete sich Ledule den jungen Kollegen, übernahm das Amt des Kapitäns und führte die neu formierte Truppe zum Titel und Aufstieg. Der TuS-Mannschaftskapitän, der mit seinen Wachenheimern unter anderem 2001 und 2002 Kreispokalsieger war, bezeichnet sich als „Allroundspieler“, der eigentlich alle Kniffe beherrscht. Diese Vielseitigkeit ist auch seine Stärke. Da er sein Leben lang – bis auf eine Pause, die ihm gar nicht gutgetan hat – Sport getrieben hat und auch treibt („dreimal pro Woche joggen, Radfahren, einmal Tischtennis-Training“), ist Harry Ledule bestens in Form. Die 64 sieht dem – beruflichen – Ruheständler niemand an. Der Blick geht schon Richtung nächste Saison. Das Ziel? Klassenerhalt? Nö, da geht mehr. Da ist sich Harry Ledule ziemlich sicher. Nicht ohne Grund: „Wir haben ja auch im Pokal gegen Mannschaften aus der A-Klasse gespielt und die besiegt.“ Am Ende des oberen Drittels, im gesicherten Mittelfeld, da will Harry Ledule seine Wachenheimer Truppe wiederfinden. Wenn der Käpt’n wieder so zulangt, sollte das zu schaffen sein ...

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