Bad Dürkheim „Chaos“ für die Sicherheit

Die Rodungsarbeiten an der B 37 zwischen Hardenburg und Wolfental (wir berichteten) sind seit knapp einer Woche abgeschlossen. Quer liegende Baumstämme und abgesägte Baumstümpfe sind übrig geblieben. Das mag zwar momentan kein schöner Anblick sein, dient laut der Leiterin der technischen Produktion des Forstamtes Bad Dürkheim, Gabi Kleinhempel, jedoch der Sicherheit.
„Die haben wir absichtlich stehen lassen, um die Stämme vom Abrollen abzuhalten“, erklärt Kleinhempel, warum überall Baumstümpfe aus dem Boden ragen. Außerdem könnten einige Baumstümpfe auch durchaus wieder neue Triebe ausbilden. In ein bis zwei Jahren werde der Hang dann wieder natürlich aussehen. Ein stufiger Waldrand mit Sträuchern und Büschen soll es werden. „Wir beobachten, wie sich das entwickelt“, sagt Kleinhempel. Sollte es nötig sein, werde das Forstamt Maßnahmen ergreifen, um das geplante Ziel zu erreichen. Im Idealfall solle aber alles auf natürliche Weise nachwachsen. Jetzt mag sich vielleicht der ein oder andere fragen, warum überhaupt die Baumstämme quer am Hang liegen – was ja auch etwas chaotisch und unansehnlich anmutet. Die Antwort auf diese Frage ist in den Augen der Fachleute ganz einfach. „Die quer liegenden Baumstämme dienen der Absicherung des Hanges“, erklärt Kleinhempel. Durch diese solle sowohl Steinschlag als auch ein Abrutschen des Hanges verhindert werden. Denn das würde den Verkehr auf der direkt angrenzenden B 37 doch erheblich gefährden. Darüber, dass das Ganze nach der Rodung erst einmal nicht schön aussieht, sei man sich im Forstamt schon vorher bewusst gewesen und habe auch nie einen Hehl daraus gemacht. Doch Sicherheit gehe eben vor. Und dieser habe ja schließlich die ganze Aktion gedient. Auf einen schönen grünen Hang müsse jetzt ein wenig gewartet werden. Die Natur brauche eben ihre Zeit. Daran, dass der angedachte stufige Waldrand in ein bis zwei Jahren wieder einen schöneren Anblick bietet, hat Kleinhempel keine Zweifel. Dennoch: Den derzeitigen Zustand müssen die Naturliebhaber wohl noch eine ganze Weile ertragen. Verschönerungs- oder Aufräumarbeiten sind nach Auskunft der Verantwortlichen derzeit nämlich nicht vorgesehen. Zwischen rund 70.000 und 80.000 Euro werde die Aktion am Ende Kosten, sagt Kleinhempel. Durch den Holzverkauf werden, wie vorher erwartet, nur rund 10.000 Euro in die Kasse des Forstamtes kommen. Das hatte der Leiter des Forstamtes, Hartmuth Hager vor den Baumfällungen mitgeteilt. „Das ist also keine Geldmacherei. Ganz im Gegenteil“, hatte er damals bereits betont, um Spekulationen, das Ganze diene gar nicht wirklich der Sicherheit, sondern dem Geldbeutel, einen Riegel vorzuschieben. (bby)