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Nathalie Trebbe mit einem ihrer tickenden Zeitmesser.
Nathalie Trebbe mit einem ihrer tickenden Zeitmesser.

Die kleine Uhrmacherwerkstatt von Nathalie Trebbe in der Friedelsheimer Straße in Wachenheim ist nach der Gründung 2020 zur Anlaufstelle für Uhrenliebhaber geworden, die an ihren alten Stücken hängen.

„Ich habe gut zu tun, zu Beginn meiner Tätigkeit hier musste ich sogar eine Warteliste führen“, sagt Nathalie Trebbe nach drei Jahren in ihrer eigenen Reparaturwerkstatt. „Das hat mir gezeigt, dass der Bedarf für meine Arbeit da ist.“ So finden sich in dem kleinen Raum neben Wanduhren aus der Gründerzeit eine Wiener Pendule als Tischuhr, sogenannte Regulatoren oder nur das Schlagwerk einer großen Standuhr in trauter Einigkeit nebeneinander. Manchmal bedürfe es nur einer Revision – einem Überholen von Schlagwerk und Technik, vergleichbar mit der Inspektion fürs Auto –, verdeutlicht Trebbe. Nach dem Aus des elterlichen Juwelierladens in der Dürkheimer Innenstadt, den sie in dritter Generation führte und im März 2018 schloss, hat die 49-Jährige nun ihre Nische für sich und ihre Kunden entdeckt hat. „Inzwischen kommen sie mit ihren Stücken aus Trier oder auch aus dem Allgäu.“

Für das empfindliche Schlagwerk von Großuhren macht sich Trebbe mit ihrem Kombi selbst auf den Weg zur Kundschaft und bringt es in ihre kleine Werkstatt – die Ausrüstung stammt noch aus dem elterlichen Betrieb. Dort stehen dann beispielsweise das Zapfenreinigen, Ölen, Schlageinstellen sowie Herstellen von Ersatzteilen oder Ausbessern der Originale an: „Anders als für Neuware gibt es für die alten Uhren keine Ersatzteile, die ich einfach bestellen kann“, erläutert die gelernte Uhrmacherin aus ihrem Werkstattalltag und ihrer Arbeit, mit der sie jährlich einen fünfstelligen Betrag umsetzt.

Daher verbringen die häufig in ihre Einzelteile zerlegten Zeitmesser auch mal mehrere Wochen in der Werkstatt. Im Fall einer Hausrenovierung manchmal sogar mehrere Jahre, selbst wenn das Teil repariert wurde, erzählt Trebbe: „Hier hängt das Schlagwerk einer Standuhr, das ich erst wieder an seinen alten Standort bringe, wenn das Haus renoviert ist.“ Außergewöhnlich ist auch die Geschichte zu einer französischen Wanduhr: „Dem Besitzer war die Reparatur dann doch zu teuer, da hat er sie mir einfach geschenkt.“ Noch immer ist sie mit der Herrichtung beschäftigt, arbeitet noch an der Aufarbeitung des Ziffernblatts.

Gerne denkt die Chefin des Einfraubetriebs auch an besondere Aufträge, etwa das Herrichten eines vererbten Familienstücks, einer edlen Goldarmbanduhr der Oma, das nun die Enkelin trägt. Oder sie denkt an die Rührung eines älteren Herrn, der sich nach dem Ertönen des lange verstummten Klangs der Familienstanduhr wieder in die Kindheit zurückversetzt fühlte. Mit dem Kontakt zu ihr und dem Besuch in der kleinen Uhrmacherwerkstatt stelle sich bei so manchem Auftraggeber eine neue Wertschätzung für die guten alten Stücke ein.

Aber nicht nur ihr handwerkliches Geschick ist gefragt. Es gebe hin und wieder Anfragen, ob sie ihr Wissen rund um die Zeitmesser auch an andere weitergeben möchte, etwa in Vorträgen. Doch diese Bitten, unter anderem von der Erwachsenenakademie, habe die Uhrmacherin und gelernte Betriebswirtin des Handwerks bisher immer ablehnen müssen: „Ich habe einfach keine Zeit dafür.“

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