Bad Dürkheim
Autohaus Köhler eröffnet neuen Standort in Bad Dürkheim
Gerade 100 Jahre alt geworden, hat die Firma Auto Köhler in Bad Dürkheim im Jubiläumsjahr einen neuen großen Schritt gewagt: In der Mannheimer Straße bezieht die Firma gerade in der Kurstadt einen weiteren Standort. Auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Gelände aus dem Jahr 1974, in dem zuletzt das Autohaus Bernstein vier Jahre residierte, ist nun der Schriftzug des Autohauses Köhler angebracht. Mitte Januar soll der Einzug mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.
Das Autohaus Bernstein kam im April in Folge einer Zollrazzia in die Schlagzeilen. Dabei wurden sämtliche Autos abtransportiert. Vermutlich stand dies im Zusammenhang mit Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft wegen des Weiterverkaufs von Unfallfahrzeugen.
„Uns hat die Zollfahndung in die Karten gespielt“, scherzt Ulrich Köhler, geschäftsführender Gesellschafter, darüber, dass sich für die Firma Köhler damit eine große Chance bot, um die eigenen Platzprobleme im Hauptsitz in der Schlachthausstraße zu lösen. Er habe schnell wegen des leerstehenden Gebäudes in der Mannheimer Straße mit Petra Scheller Kontakt aufgenommen, da sie für die Familie Scheller als Eigentümerin die Vermietungsgespräche führte. „Für uns ist diese Lösung perfekt“, schwärmt Ulrich Köhler und auch Petra Scheller ist zufrieden. „Wir freuen uns über die Entwicklung“, sagte sie im Namen der Familie.
Platz auch für eine Karosserie-Abteilung
Ulrich Köhler begann mit seiner stellvertretenden Geschäftsführerin Laura Heberlein in der vergangenen Woche damit, die 800 Quadratmeter großen Ausstellungsräume mit Autos von VW, Audi, Seat, Skoda oder Cupra zu bestücken. Platz für 45 bis 50 Fahrzeuge werde man auf dem Gelände haben, erzählen sie. Auch die Werkstatt soll wieder in Betrieb gehen. Dafür werde man noch drei Hebebühnen anschaffen. „Die Karosserie-Abteilung soll hier unterkommen“, erläutert Köhler. Denn gerade dieser Zweig der Autoreparatur, wozu insbesondere die Instandsetzung nach Unfallschäden gehört, brauche sehr viel Platz. Außerdem werden noch die Büroräume neu eingerichtet oder eine neue LED-Beleuchtung installiert. Rund 200.000 Euro werde man in den nächsten Monaten hier investieren, schätzt Köhler. Als Verkäufer würden sich Patrick Scheibe und Tim Zimmermann dort um die Kunden kümmern.
18 Mitarbeiter von insgesamt rund 100 Beschäftigten sollen an dem neuen Standort in der Mannheimer Straße arbeiten. Dies soll insbesondere durch innerbetriebliche Umschichtungen ermöglicht werden. So erklärt Köhler, dass man dafür den 2019 angemieteten Standort des ehemaligen Autohauses Kissel in Herxheim am Berg aufgeben werde. Etwa ein halbes bis Dreivierteljahr werde man den Betrieb dort noch aufrechterhalten, schätzt Köhler. Hier sei die Parkplatzproblematik am schwierigsten.
Festhalten werde man jedoch am Stammhaus in der Schlachthausstraße/B37 sowie an der 2022 eröffneten Niederlassung in Hettenleidelheim (ehemals Autohaus Lick). Hier habe man sogar Platz für rund 70 Fahrzeuge. Denn Reimporte, Tageszulassungen, Jahreswagen oder Leasingrückläufer machen laut Köhler ein immer größer werdendes Geschäftsfeld aus. Deshalb brauche man wesentlich mehr Platz für diese Fahrzeuge. Früher habe man sich auf den Verkauf von Neufahrzeugen konzentriert, doch nach der Pandemie habe sich diese Strategie komplett verändert.
Markt mit „jungen Gebrauchten“ immer wichtiger
2024 habe das Autohaus in Bad Dürkheim bei einem Umsatz im zweistelligen Millionenbereich 757 Fahrzeuge verkauft, davon 259 Neuwagen. Am Standort in Hettenleidelheim seien 325 Gebrauchtfahrzeuge verkauft worden, der Jahresumsatz lag im einstelligen Millionenbereich. Im Bereich der Gebrauchtfahrzeuge erwartet Köhler für dieses Jahr ein leichtes Plus, wohingegen der Markt für Neufahrzeuge eher gleich bleibe. Laut Heberlein setze man insbesondere auf „junge Gebrauchte“, die höchstens ein bis zwei Jahre alt sind oder maximal 30.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Bei E-Fahrzeugen würden die Kunden es bevorzugen, neue Fahrzeuge zu leasen. Dies liege zum einen an den relativ günstigen Raten, aber auch daran, dass die Kunden noch nicht wüssten, „wohin bei den E-Autos die Reise geht“, so Köhler. Eine Hybrid-Lösung sei deshalb für viele Autokäufer eine Option.