Bad Dürkheim
Auf Regen folgt Schnee: Räumdienste im Dauerstress
Von extrem schwierigen Wetterverhältnissen am Donnerstagvormittag sprach Daniel Mischon, stellvertretender Leiter der Bad Dürkheimer Polizeiinspektion. In den frühen Morgenstunden hatte sich aufgrund des Regens besonders in höheren Lagen Eis gebildet, auf das dann wiederum im Lauf des Vormittags Schnee fiel.
Schon früh am Morgen waren Bauhof und Feuerwehr in Wachenheim gefordert: Ein Rettungswagen hatte sich gegen 5.20 Uhr in der Schlossgasse in Schnee und Eis festgefahren, berichtete Wachenheims Wehrführer Thomas Münch. Weil sich in dem Wagen ein Patient befand, wurde ein zweiter Rettungswagen gerufen, der den Krankentransport übernahm. Mit Hilfe des Bauhofs der Stadt wurde die Straße abgestreut, sodass der Rettungswagen seine Fahrt wieder aufnehmen konnte. 16 Feuerwehrleute waren etwa 45 Minuten im Einsatz. „Die Wetter- und Straßenbedingungen waren am Donnerstagmorgen schlimmer als am Vortag“, musste Münch feststellen.
Drei Verkehrsunfälle in der Region Bad Dürkheim
Rund 100 Verkehrsunfälle zählte das Polizeipräsidium in Vorder- und Südpfalz am Donnerstag bis zum Nachmittag, drei ereigneten sich in der Region Bad Dürkheim. Gegen 13 Uhr geriet eine 18-Jährige auf der L455 zwischen Ungstein und Freinsheim mit ihrem BMW auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern. Das Auto rutschte in den Straßengraben, überschlug sich und blieb auf der Seite liegen. Die junge Fahrerin hatte Glück und blieb unverletzt, der Wagen musste abgeschleppt werden. Den Gesamtschaden beziffert die Polizei auf 1500 Euro. Blechschäden gab es auch bei zwei weiteren witterungsbedingten Unfällen in der Mannheimer Straße in Bad Dürkheim und in Ellerstadt. Insgesamt hätten sich die Verkehrsteilnehmer gut auf die Straßenverhältnisse eingestellt und seien entsprechend langsam und vorsichtig gefahren, sagt Mischon. Die Räumdienste hätten durch ihren Dauereinsatz dafür gesorgt, dass die wichtigsten Verkehrswege befahrbar geblieben seien. „Aber der Winterdienst kann nicht überall sein“, so der stellvertretende Inspektionsleiter.
Busse rollen erst am Nachmittag wieder
In der Stadt Bad Dürkheim waren drei Räumfahrzeuge ab 4 Uhr morgens auf den Straßen unterwegs. Schwerpunkt waren vor allem Höhenlagen wie Seebach und Leistadt. Probleme bereiteten hierbei allerdings Falschparker, vor allem in den Seitenstraßen. „Das macht ein Durchkommen der Räumfahrzeuge oft problematisch“, berichtet Pressesprecherin Sonja Kowol.
Der Linienverkehr in Bad Dürkheim war vom zuständigen Unternehmen Behles-Bus aus Sicherheitsgründen am Morgen eingestellt worden. Erst ab 16 Uhr sollten die Busse wieder rollen. Das Unternehmen hatte sich aus Rücksicht und Verantwortung für Personal und Fahrgäste zu dieser Maßnahme entschlossen. Auch Schulen waren davon betroffen. „Unserer Kenntnis nach ist der Schülerverkehr ausgefallen“, informierte Arno Fickus, Sprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage.
Verschiebungen bei Müllsammlung
Ausgefallen ist am Donnerstag auch die Abfallsammlung im Landkreis. Sie wird laut Abfallwirtschaftsbetrieb am Freitag nachgeholt. Betroffen waren Bad Dürkheim mit Rest- und Biomüll sowie Papier, Erpolzheim mit Restmüll. Leerungen in Ortschaften, in denen die Sammlung regulär am Freitag stattfinden würde, werden auf den Samstag verschoben.
Sollten einige Straßen aufgrund der Wetterverhältnisse nicht angefahren werden können, dürfen Mehrmengen in betroffenen Haushalten bei der nächsten Sammlung neben dem Abfallbehälter bereitgestellt werden.
Auch am Freitag schwierige Verhältnisse erwartet
Daniel Mischon rechnet angesichts der winterlichen Temperaturen auch am Freitag vor allem in den Morgenstunden mit schwierigen Straßenverhältnissen. Autofahrer sollten genügend Zeit einplanen und aufschiebbare Fahrten besser verschieben, rät er. Bei der Stadt Bad Dürkheim geht man indes davon aus, dass die winterliche Witterung anhält: Sie hat Streusalz nachbestellt, obwohl noch 60 Tonnen vorrätig sind.