Bad Dürkheim Abstiegskampf ist ein Fremdwort

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FREINSHEIM. Der FV Freinsheim, Neuling in der Fußball-Bezirksliga, hat bisher eine hervorragende Saison gespielt. Der Aufsteiger hat sich in der Liga schnell akklimatisiert und belegt nach 21 Spieltagen mit 36 Punkten Platz sechs. Mit dem Abstiegskampf hat der FVF bei einem 16-Punkte-Polster zur gefährdeten Zone nichts zu tun.

Die Zeit bis zur Winterpause kann beim FV Freinsheim in drei Abschnitte gegliedert werden. „Der Start war prima. Wir haben ansehnliche Partien abgeliefert, hatten eine gute Spielanlage und zurecht so viele Punkte geholt“, blendet Trainer Andreas Schröck zurück. Nach acht Begegnungen, von denen der FVF sechs gewonnen hatte – darunter war mit dem 6:0 gegen den SV Ruchheim der höchste Saisonsieg –, stand die Mannschaft auf Tabellenplatz vier. Freinsheim hatte sich früh Respekt bei der Konkurrenz verschafft. Heute weiß man, dass die Siege bis auf den 3:2-Erfolg gegen Billigheim-Ingenheim alle gegen Abstiegskandidaten zustande kamen. Das soll die Leistung nicht schmälern, hilft aber, sie einzuordnen. Urplötzlich wendete sich aber das Blatt. Die 0:7-Pleite beim VfB Haßloch, die höchste Niederlage in dieser Runde, traf den Aufsteiger im Mark. Siebenmal in Folge blieben die Freinsheimer danach sieglos, holten nur noch zwei Punkte. „Dieses Tief hat wehgetan. Der Durchhänger war die Summe vieler Missstände und hat mir viel zu lange gedauert“, erklärt der Coach die Phase, als sein Team keinen Zugriff auf die Spiele und Kontrahenten bekam. Aber auch hier empfiehlt es sich, etwas genauer hinzuschauen. In dieser Phase hatte der FVF nicht nur fünf Auswärtsspiele zu bestreiten, sondern auch fast alle Spitzenteams zum Gegner. Als Ausrutscher kann bestenfalls die 1:3-Heimniederlage gegen den Tabellenzehnten VTG Queichhambach gewertet werden, andere Punktverluste waren eher „normal“. Als die Gegner wieder schwächer wurden, war auf die Blau-Weißen Verlass. „Wir haben uns zusammengerissen und es lief wieder besser“, resümiert Schröck. Die Mannschaft übertraf sogar die Punktvorgabe des Übungsleiters für die letzten sechs Partien, holte daraus 16 Zähler. „Wichtig ist, dass wir gegen die Kellerkinder gepunktet haben“, betont der Trainer. Gegen die letzten sechs der Tabelle – aus diesem Kreis kommen vermutlich die Absteiger – wurden 30 Punkte geholt. Genauer gesagt: 30 von 30 möglichen. „Da hat sich gezeigt, dass wir über die individuelle Klasse verfügen, die man in dieser ausgeglichenen Liga braucht. Fehler werden in der Bezirksliga noch viel konsequenter bestraft als in der A-Klasse“, sagt Schröck. Der Ausgang vieler Partien werde von der Tagesform erheblich beeinflusst. Ein Grund für den guten Verlauf ist die Heimstärke. Im Dr.-Kausch-Stadion holte der Neuling beachtliche 23 Punkte und wurde in zehn Partien nur einmal besiegt. In der Rückserie kommen allerdings nur noch Brocken aus der oberen Tabellenhälfte. Dazu wurden die Freinsheimer von Verletzungen nicht allzu sehr geplagt. Aber wenn es dann mal einen erwischte, dann richtig. Stefan Gött und Sinan Weber fielen monatelang aus. Vom Langzeitverletzten Lukas Leideck ganz zu schweigen. Zwischenzeitlich gefehlt hat sonst nur noch Torjäger Marcus Lerps. Der war mit 13 Treffern erfolgreichster Torschütze, gefolgt von Konrad Berndl und Timo Gehrlein (je 5) sowie Elmir Brguljak, Tobias Hoffmann und Sascha Schmitt (je 4). Insgesamt kam Freinsheim mit neun Torschützen aus, nur für den VfR Frankenthal trafen weniger Akteure. Schröck setzte bisher 21 Spieler ein. Keiner macht alle Partien mit, aber ein Dutzend Akteure kamen auf mindestens 16 Einsätze, was für Konstanz spricht. So lief der FVF zehnmal mit der Viererkette Stefan Ruh, Marcel Pauli, Thomas Nebel, Florian Fuhrmann auf. Ruh, Nebel und Elmir Brguljak spielten 20 Mal, auf 19 Begegnungen kam Gehrlein, 18 Einsätze stehen für Fuhrmann, Hoffmann, Berndl und Sascha Schmitt zu Buche. Der junge Stürmer Berndl war mit 13 Einwechslungen der Top-Joker der Freinsheimer. „Die jungen Spieler machen den Etablierten Druck. Viele haben eine prima Entwicklung genommen“, freut sich der Coach. Junge Leute wie Ruh, Fuhrmann, Berndl, Christoph Boller und Patrick Kaufmann sind Stammspieler geworden. Der junge Reservetorhüter Daniel Mäurer hat bewiesen, dass er zuverlässig ist und Stammkraft Sebastian Müller schon mehrfach ersetzt. „Viele Freinsheimer stehen im Kader, was die Erfolge noch wertvoller macht“, so der Trainer. „Die Mannschaft hat nicht immer glanzvoll gespielt, aber viel über den Willen geschafft. Trotzdem können wir uns spielerisch noch verbessern. Das Potenzial ist da“, wagt Schröck einen Ausblick und spricht von einem tollen Jahr 2016 mit A-Klasse-Meisterschaft und gutem Einstieg in die Bezirksliga. Er sieht sein Team am Ende in einem Korridor zwischen den Plätzen drei und neun. „In diesem Korridor möchten wir möglichst weit oben stehen“, verdeutlicht der Coach. Etwas anderes würde man dem ehrgeizigen Schröck auch nicht abnehmen. |thl

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