PfalzBuch
Von den Nordlichtern ins Dahner Felsenland:ein Reiseführer zu Abenteuern in der Heimat
Die in München lebende Autorin und leidenschaftliche Globetrotterin hat aus der Not eine Tugend gemacht und für den Reiseführer vier Monate Zeit investiert, in er sie viel Bekanntes beackert, aber auch für sie ganz Neues und Überraschendes entdeckt hat. Zum Beispiel: Wandern mit Eseln. Gut, das war vor 20 Jahren noch nicht möglich, weil es noch gar nicht angeboten wurde. Aber sie kann es nur weiterempfehlen.
Der letzte richtige Urlaub liegt für Nadine Taylor gut ein Jahr zurück. Ihren lange gehegten Traum, die Nordlichter auf Island zu sehen, hat die 30-Jährige sich erfüllt. Auf den letzten Drücker. Denn am 14. März 2020 war sie auf Umwegen gerade noch so heimgekommen. Einen Tag vor Beginn des Lockdowns. Und darüber war sie froh, denn „Island wäre teuer gewesen“. Eine Verlängerung war auch nicht notwendig. Denn gleich in der ersten Nacht hat es geklappt. „Da war nachts um zwei Uhr der ganze Himmel grün“, erzählt sie.
Reisende und ihr Müll
In Frankfurt hat die Journalistin, die es schon immer in die Ferne zog, Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Ein Journalismus-Diplom hat sie an der Fern-Universität Berlin noch drangehängt. Und über eine ganze Reihe von Praktika ist sie zu ihrem Beruf gekommen. Reise-Journalistin, das klingt für viele ganz toll. Doch für Nadine Taylor ist es Arbeit, weshalb sie auch fast immer allein unterwegs ist. Eine brenzlige Situation hat sie nie wirklich erlebt. „In Ghana war es nicht ganz ungefährlich“, sagt sie. Dort hatte sie im Inland, wo sie der einzige weiße Mensch weit und breit war, zwei Monate lang einmal Englisch in den Semesterferien unterrichtet. Während ihres Aufenthalts ist sie oft nach Geld gefragt worden.
Die Welt beginnt, aus allen Nähten zu platzen. Zum Stichwort Overtourismus hat die Berufstouristin eine klare Haltung. „Ich bin kein Instagramer, der irgendwo sein Foto macht und wieder weg ist. Wenn gewisse Orte eines Tages gesperrt werden, kann ich das verstehen“, sagt die in München lebende Wormserin. Aus ihrer Sicht sind der Egoismus und der Müll, den Reisende verursachen, ein großes Problem. „Gewisse Regeln würden helfen“, sagt die 30-Jährige, für die Neuseeland das schönste Land der Welt ist.
Wie am Grand Canyon
Auch wenn mindestens eine Fernreise für Nadine Taylor im Jahr eigentlich sein muss, kann sie auch der Heimat viel abgewinnen. Die Pfalz kennt sie bestens, weil ihr Vater aus Schifferstadt stammt und es früher mit der Familie immer Richtung Wald ging. Das Pfingstwandern war ein Klassiker, Ungeheuersee und Dahner Felsenland waren unter den Ausflugszielen, die sie gar nicht mehr erst abklappern musste.
Für den Reiseführer, der dafür gemacht ist, im Rucksack mitgenommen zu werden, hat sie beispielsweise auch den Altschlossfelsen entdeckt. „Und wenn die Sonne scheint, dann ist es dann ein bisschen wie am Grand Canyon.“
Lesezeichen
Nadine Taylor: „Heimatmomente Pfalz und Pfälzerwald. 50 Mikroabenteuer zum Entdecken und Genießen“; 360 Grad Medien, 2021, 261 Seiten; 14,95 Euro.