Kultur Tagebuch aus Bayreuth: Das Kreuz mit Markus Söder

ist ein jovialer Landesvater. Während die anderen Politpromis in der Pause des Bayreuther „Lohengrin“ unter sich bleiben und sich in Schutzzonen im Festspielrestaurant zurückziehen, sucht er den Kontakt zu seinem Volk. Gelassen, souverän schreitet er durch die Gänge des Festspielhauses, freundlich-siegesbewusst lächelnd. Schließlich ist sein Lieblingsparteifreund Horst Seehofer in diesem Jahr gar nicht erst auf den Grünen Hügel gereist. Volksnähe birgt aber natürlich auch gewisse Risiken. Es kann zu sprichwörtlichen Zusammenstößen kommen, ganz harmlosen natürlich, man ist ja schließlich unter sich: Söder von links, ein Herr von rechts kommend. Dieser gewahrt im allerletzten Moment, kurz vor der Kollision, den Landesherrn, bleibt abrupt stehen. „Ich wollte Sie nicht kreuzen.“ Pause, inniges Einverständnis legt in der Luft. Dann: „Es reicht ja, wenn ich Sie ankreuze.“ Söder, verbindlich: „Man muss Prioritäten setzen.“ Söder und das Kreuz, da war doch sowieso noch was?