Kultur Kohl-Biograf: Hans-Peter Schwarz gestorben

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Der Politologe und Historiker Hans-Peter Schwarz ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte sein Verlag DVA gestern in München mit. Schwarz zählte zu den angesehensten deutschen Zeithistorikern. Sein Interesse richtete sich nicht nur auf große Persönlichkeiten deutscher Geschichte, sondern auch auf den praktischen Alltag des politischen Handelns. Besonders bekannt ist er für seine Beiträge zu Konrad Adenauer; seine zweibändige Biografie des ersten deutschen Bundeskanzlers (1986/91) gilt als Standardwerk. Zudem verfasste der glänzende Stilist Biografien über Axel Springer (2008) und Helmut Kohl (2012). Zuletzt veröffentlichte er den Essay „Die neue Völkerwanderung nach Europa. Über den Verlust politischer Kontrolle und moralischer Gewissheiten“. Schwarz kam am 13. Mai 1934 in Lörrach zur Welt. Er war Professor an den Universitäten Hamburg, Köln und Bonn und war Mitherausgeber der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte. Für sein Werk erhielt er mehrere Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse (1984), den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik (1999) und die Ehrendoktorwürde der Universität Jena (2004). Den gestern verstorbenen Helmut Kohl bezeichnete Schwarz als den bedeutendsten aller deutschen Bundeskanzler. Er habe von allen Amtsträgern „die breitesten Spuren in der Geschichte Deutschlands und Europas hinterlassen“. Auch wenn Kohl sich zeitlebens zu seinen katholischen Wurzeln bekannte, habe er „wie alle CDU-Vorsitzenden vor ihm und nach ihm“ in der Überwindung der Gegensätze zwischen Katholiken und Protestanten im Zeichen des ökumenischen Gedankens eine wichtige Aufgabe gesehen.

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