Kultur
Fillibecks Woche: Veranstaltungen in Stadt und Kreis Kaiserslautern
Es waren die Zeiten, als man sonntags die Oma mit dem Wählscheibentelefon anrief, die Autos Vergaser und Trommelbremsen hatten und es drei Fernsehprogramme gab. Die spätestens um zwölf nachts endeten. In diesen Toast-Hawaii- und Käseigel-Zeiten sah man einen riesig großen, schweren Mann mit Bart und langen Haaren sowie mit Gitarrenkoffer durchs Musikerviertel marschieren. Die Rede ist von Walter Naujock, dessen rasantes Gitarrenspiel ihm dereinst den Titel „Jimi Hendrix von Katzweiler“ eintrug. Bis vor einigen Jahren war der Gute noch musikalisch in verschiedenen Bands aktiv, dann wurde es lange still um ihn. Am Freitagabend aber steht er wieder auf der Bühne.
Genauer im Glockencafé, Ecke Glocken- und Weberstraße, ab 21 Uhr. Groß ist er immer noch, der Walter Naujock, schwer eher nicht mehr. Doch seine Gitarrenkünste werden sich kaum verändert haben. Eigens für dieses Comeback wurde die Diving Duck Blues Band aus den 1980ern wieder ins Leben gerufen, und neben Naujock finden sich der Bassist Claus Urbanczyk und der Drummer Helmut Koch im Glocken ein. Und sicher gibt’s dann richtig fetten und handfesten Bluesrock und Rock. Als seien Flipper, Lassie und Emma Peel auferstanden.
Wem eher der Sinn nach Verinnerlichung und klassischer Musik steht, der ist am Freitag ab 20 Uhr in der Fruchthalle an der richtigen Stelle. Beim Sinfoniekonzert der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz gibt’s Werke von Tschaikowski, Rachmaninow und Prokofjew.
Im Musikclub Luther in der Lutherstraße schlägt am Freitag ab 22 Uhr wieder die Luther Club Band zu. Unterstützt von den Sängern Leah Jones und Derrick Alexander gibt’s Funk, Soul oder Disco live zum Abtanzen. Am morgigen Samstag gibt’s da wie immer tanzbare Musik aus der Konserve. Allerdings ist erst ab zirka 23 Uhr wirklich was los.
Hard & Heavy Rock mit der Mannheimer Combo „El Pistolero“ ist am Freitag ab 21 Uhr im Rockclub Kult in Gundersweiler zu haben. Hat man die nächtliche Fahrt über Otterberg, Höringen und Gehrweiler hinter sich, gibt’s zuerst von der Vorband Royal Gelee was auf die Ohren. Wer das Kult noch nicht kennt: Der historische Laden ist sehr preiswert, höchst originell und so eingerichtet, als käme gleich eine Horde Echsenwesen von Alpha Centauri durch die Tür.
In der Ausstellung „Transforming Atlantis“ organisiert das Theodor-Zink-Museum am Samstag ab 15 Uhr eine Märchenstunde für Kinder. Dabei dreht sich alles um Abenteuer rund ums Wasser. Mit Nixen und Wassermännern. Aber hoffentlich doch auch mit Piraten? Um Anmeldung jedenfalls wird gebeten. Möglich unter der 0631-365-2327.
Im Café des interkulturellen Clubs Vielfalter in der Pirmasenser Straße 20 a gibt’s am Samstag ab 18 Uhr eine Ausstellung. Manzi Morris aus Ruanda zeigt seine Bilder.
Die AC/DC-Coverband Sin City beschallt ebenfalls am Samstag, aber erst ab 21 Uhr, das Irish House an der Eselsfürth. Na ja, immerhin hatten AC/DC ja ein gutes Lied – „Highway To Hell“.
Sarah Mac Daughall wurde in Schweden geboren und lebt seit langem in Kanada. Am Sonntag ab 20 Uhr ist sie im Salon Schmitt in der Pirmasenser 32 zu Gast. Mit eigenen Titeln im Liedermacher-Stil zwischen Folk, Rock und Pop. Das Mädel war schon bei großen Folkfestivals auf der Hamburger Reeperbahn, im kanadischen Alberta oder gar in Island dabei. Dabei hat sie mit wahren Folk-Legenden wie etwa der Indianerin Buffy St. Marie auf der Bühne gestanden.
Am nächsten Dienstag ab 19 Uhr ist in der Wortwerkstatt Belleville in der Gaustraße (Nähe Polizeirevier) eine Veranstaltung aus der Reihe „Urbane Interventionen und Experimente“ angesetzt. Und auch wenn sich der Titel leicht hochgestochen anhört, kann das eine witzige Sache werden. Denn bei einem sogenannten „Type-In“ wird auf mechanischen und elektromechanischen Schreibmaschinen losgehämmert, dass es nur so kracht. Jeder kann schreiben, was ihm gerade einfällt, sofern er noch ein Farbband für seine historische Maschine gefunden hat. Das erinnert mich doch stark an die Handelsschulzeiten, als man sich an den großartigen „Simag“-Industrieschreibmaschinen schier die Finger gebrochen hat.
Am kommenden Donnerstag ab 18 Uhr wird im Gebäude 1, Raum 006 der Uni (Gottlieb-Daimler-Straße 47) der Film „Amerika – Hiwwe wie Driwwe“ gezeigt. Darin geht’s um die pfälzischen Auswanderer, die einst gen Amerika geschippert und in Pennsylvania hängen geblieben sind. Und deren Nachfahren wohl heute noch wissen, wie ein klassischer Saumagen gemacht wird. Die beiden Filmemacher Benjamin Wagener und Christian Schega sind anwesend und nach der Vorführung gesprächsbereit.
Auch am Donnerstag, aber ab 20 Uhr, tritt das Groove Jazz-Trio The JIC im AmWebEnd in der Richard-Wagner-Straße 55 auf. Mit toller, professionell gespielter Musik zwischen Jazz, Pop, Samba oder House. Die durchaus an die Musik von Größen wie Pat Metheny erinnert. So richtig schön zum Zurücklehnen, entspannen und wegträumen. Im AmWebEnd und übrigens auch im Salon Schmitt gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Beide Läden fassen nämlich nur eine sehr begrenzte Anzahl an Gästen. Viel Spaß also und bis nächsten Freitag.