TV RHEINPFALZ Plus Artikel Der Fernsehkrimi-Check: Undercover bei Rassisten

Überlistet den Ku-Klux-Klan: John David Washington als Detective in Spike Lees „BlacKkKlansman“.
Überlistet den Ku-Klux-Klan: John David Washington als Detective in Spike Lees »BlacKkKlansman«.

Während die deutschen Fernsehkommissare in der Sommerpause sind, helfen zwei US-amerikanische Detectives aus. Ron Stallworth (John David Washington) und Flip Zimmerman (Adam Driver) überlisten den Ku-Klux-Klan.

„BlacKkKlansman“ (Arte, 14. Juli, 20.15 Uhr), der 2018 in den Kinos lief, führt zurück in die 1970er. Ungefähr in jene Zeit also, aus der auch Kino-Krimi-Action wie „Shaft“ oder die auch in Deutschland sehr erfolgreiche CBS-Krimiserie „Kojak – Einsatz in Manhattan“ stammen. Stallworths und Zimmermans Einsatzort ist jedoch das beschaulichere Colorado Springs im Westen der Vereinigten Staaten.

Der verdeckte Ermittler

Hier, in einer Hochburg der Evangelikalen, ist Stallworth der erste Afroamerikaner, der den Polizeidienst antritt. Der „Rookie“ arbeitet im Archiv, wo er rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist, bis er zum verdeckten Ermittler aufsteigt. Nun begegnet er dem Bürgerrechtler Stokely Carmichael alias Kwame Ture und der jungen Aktivistin Patrice Dumas (Laura Harrier), die für die „Black Power“-Bewegung, schwarzes Selbstbewusstsein, Stolz und Selbstbestimmung kämpfen.

Dementgegen stehen natürlich der reaktionäre „White Power“-Slogan und die rassistischen Ideologien, die der Ku-Klux-Klan propagiert. Stallworth meldet sich telefonisch auf eine Zeitungsannonce, mit der neue Mitglieder rekrutiert werden sollen. Er gibt sich als überzeugter Rassist aus, und es gelingt ihm gar, zum Großmeister des Klans, David Duke (Topher Grace), durchgestellt zu werden. Zum persönlichen Treffen, zu dem er bald darauf eingeladen wird, kann er freilich nicht selbst gehen, schickt aber seinen weißen – und jüdischen – Kollegen Zimmerman, der fortan den Rassisten spielt. Der Afroamerikaner und der Jude infiltrieren so den Ku-Klux-Klan und erfahren von einem geplanten Anschlag, den sie im spannenden Finale zu verhindern suchen.

Eine wahre Geschichte

Spike Lees antirassistischer Film, eine gelungene Kombination aus Krimi, Drama und Satire, kommt zweieinhalb Wochen nach der Verurteilung des Polizisten, der in Minneapolis aufsehenerregend den Afroamerikaner George Floyd getötet hat, zur rechten Zeit ins Fernsehen. Letztlich ist diese Geschichte, auch wenn sie 1972 spielt, aber immer aktuell. Sie greift die wahre Geschichte von Ron Stallworth auf, die der heute pensionierte Polizeibeamte 2014 veröffentlichte. Die Autoren, darunter Spike Lee selbst, die anhand dieser Vorlage das Drehbuch für „BlacKkKlansman“ schrieben, wurden 2019 mit einem Oscar ausgezeichnet. Dass Adam Driver ebenfalls nominiert war, zeugt nur von der hervorragenden Besetzung überhaupt. Darunter Jasper Pääkkönen als Redneck, der den Polizisten gefährlich werden könnte, Paul Walter Hauser, der bei aller Gefährlichkeit seiner Dämlichkeit großen Spaß macht, oder John David Washington, Denzel Washingtons Sohn, in der Haupt- und Titelrolle.

Unser Fernsehkrimi-Kolumnist Stefan Otto.
Unser Fernsehkrimi-Kolumnist Stefan Otto.
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