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Der Fernsehkrimi-Check: Neues aus Mainz und München
Aus den Landeshauptstädten München und Mainz kommen die nächsten beiden „Tatort“-Folgen – mit den bayerischen Kommissaren Batic und Leitmayr, die zum 90. Mal ermitteln, und ihrer rheinland-pfälzischen Kollegin Berlinger, die erst zum vierten Mal an der Reihe ist.
So lange die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) nun schon dabei sind, führt ihr neuester „Tatort: Flash“ (19. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste) doch zurück in eine Zeit, in der noch ihr Vorgänger Ludwig Lenz alias Helmut Fischer das Sagen hatte. Sie ermitteln in einem „Cold Case“ aus dem Mai 1987, zu dessen Aufklärung sie ein Psycho-Experiment starten. Sie wenden sich an den Neuropsychologen Vonderheiden (André Jung) und dessen Institut für Dementielle Erkrankungen und Reminiszenztherapie.
Zurück in die Vergangenheit
„Das Gehirn ist ein tückischer und launischer Geselle“, weiß der Professor und versucht, individuelle Erinnerungen durch ein einschlägig gestaltetes Umfeld wachzurufen, „durch Möbel, durch Musik, Kleidung, Gerüche oder durch ein Ambiente aus einer Zeit, in der die Person sehr aktiv war“. Einbestellt wird der alte, demente Psychotherapeut, der damals mit dem Verurteilten befasst war. Der Psycho-Krimi stammt von Andreas Kleinert, dessen Kinofilm „Lieber Thomas“ mit einem Dutzend Nominierungen ein aussichtsreicher Kandidat für gleich mehrere Deutsche Filmpreise ist, die am 24. Juni verliehen werden.
In seinem achten „Tatort“ ist nicht alles so, wie es scheint, und selbst als Zuschauer mag man sich hinters Licht geführt sehen. „Flash“ erzählt ohne Längen eine schon sehr konstruierte, gleichwohl originelle Geschichte, die auf eine vorhersehbare Auflösung hinausläuft und am Ende doch noch mit einer Überraschung aufwartet.
Prominent besetzter Fall
Der Mainzer „Tatort: In seinen Augen“ (26. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste) wiederum scheint schon nach fünf Minuten gelöst, springt dann aber zurück, um den Fall noch einmal aufzurollen. Nach einem Drehbuch von Thomas Kirchner, der diese Art von Dramaturgie in den „Spreewaldkrimis“ bereits vielfach erprobt und tatsächlich perfektioniert hat, geht es überhaupt immer wieder vor und zurück, so dass es nicht ganz leicht fällt, den Überblick zu behalten, in welcher Zeitebene die handelnden Personen sich gerade befinden.
Ellen Berlinger (Heike Makatsch), zum dritten Mal unterstützt von Martin Rascher (Sebastian Blomberg), geht davon aus, „dass ein Todesfall, der als natürlicher Tod infolge eines Insulin-Unfalls attestiert wurde, in Wirklichkeit Mord war“. Verdächtig sind die Erbin der wohlhabenden Toten und besonders ihr jüngerer Liebhaber, der bereits vorbestraft ist, „weil er alte und leichtgläubige Damen ausgeplündert hat“. Der unter anderem mit Michaela May, ehedem Kommissarin Jo Obermaier im Münchener „Polizeiruf“, prominent besetzte, grelle Krimi, überzeugt dennoch gerade schauspielerisch nicht durchweg.