TV
Der Fernsehkrimi-Check: Neue „Tatort“-Folgen aus dem Schwarzwald und München
Das schnelle Geld, nicht in althergebrachten Scheinen, sondern in Form von Kryptowährung – Elysium oder Bitcoin – bildet die Motivation für die Untaten, von denen die nächsten beiden „Tatort“-Folgen aus Freiburg und München erzählen. „MacGuffin“ hat der große Alfred Hitchcock diesen äußeren Antrieb genannt, der die Figuren seiner Thriller in Bewegung bringt.
Ein toter junger Mann in einem Wehr im Rhein setzt die Schwarzwald-Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) in Aktion. Bald führen ihre Ermittlungen zu Benno und Zoé, den Stiefgeschwistern einer Patchworkfamilie, die nicht nur in Finanznöten, sondern letztlich auch vom Klimawandel und Corona befeuert sind. Bei ihren Eltern bröckelt allmählich das Vertrauen sowohl zu den Kindern als auch zueinander, während die Kommissare immer mehr Indizien für deren Verstrickung in dubiose und zunehmend gefährliche Geldgeschäfte zusammentragen. Etliche Split-Screen-Szenen steigern das Tempo in „Tatort: Das geheime Leben unserer Kinder“ (14. Mai, 20.20 Uhr, Das Erste), dessen Spannung nach einer Stunde noch einmal anzieht.
Zeitverschwendung, Sport oder Geldquelle?
Vehement uneins sind sich ebenfalls die Eltern von Oskar, ob dessen Computer-Daddelei nun Sport oder reine Zeitverschwendung ist. Sein Vater (Oliver Wnuk, Kommissar Hinnerk Feldmann in „Nord Nord Mord“) unterstützt ihn bei einem großen „Counter-Strike“-Turnier im Audi Dome, der Arena der Basketballer des FC Bayern München. „Einmal der Beste sein, einmal der Superstar, darum geht's doch“, bemerkt Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), der mit den Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) ins Gamer-Milieu vorstößt. Zuerst eine junge Polizistin, die bei einer Verkehrskontrolle erschossen wird, dann eine Leiche im Kofferraum und schließlich ein dritter Toter bringen sie auf die Spur der „Munich Sheriffs“, einer Gaming-Gruppe, die hauptsächlich aus Polizisten besteht.
Der BR-„Tatort: Game Over“ (21. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) ist spannend von Anfang an und verliert auch, zumindest bis zehn Minuten vor Schluss, nichts davon. Sein Heidelberger Regisseur Lancelot von Naso demonstriert, was er unter anderem bei vier „Kommissar Marthaler“-Verfilmungen gelernt hat und lässt wünschen, sein erster „Tatort“ möge nicht sein einziger bleiben.
Weitere Episoden aus München geplant
„Konflikte gibt es natürlich viele in einer Stadt wie München“, stellt er bereits weitere Episoden in Aussicht. „Wenn das Gehalt nicht mal mehr für die Miete reicht, könnte man in Versuchung geraten, mit ein bisschen Illegalität eine Abkürzung zu nehmen zum großen Glück. Und das gilt in unserem Film für junge Polizisten, Gamer und auch für Partyqueens und sonstige Glücksritter.“