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Der Fernsehkrimi-Check: Neue Frauen am Ruder
Neue Frauen im Fernsehkrimi-Geschehen bringt uns das neue Jahr. Im Ostseestädtchen Schwanitz, dem Schauplatz der „Nord bei Nordwest“-Krimis, legt eine neue Kommissarin an, und auch im Kölner „Tatort“, den Wolfgang Stauch aus der Südwestpfalz geschrieben hat, profitieren die Männer von weiblicher Verstärkung.
Im Februar des vergangenen Jahres, der bisher letzten Episode, starb die langgediente Schwanitzer Polizistin Lona Vogt den Serientod. Ihre Darstellerin Henny Reents war seitdem etwa im Saarbrücker „Tatort: Das fleißige Lieschen“ zu sehen. Nun trifft in „Nord bei Nordwest: Der Anschlag“ (7. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) ihre Nachfolgerin, Kommissarin Hannah Wagner, mit der Fähre in Schwanitz ein. Mindestens gewöhnungsbedürftig findet sie den Ort, von dem es heißt, es sei „schon erstaunlich, dass hier jemand freiwillig wohnt“. Und „urig“ ist die kleine Wache, in der sie den Platz neben dem ermittelnden Tierarzt Hauke Jakobs (Hinnerk Schönemann) einnehmen wird.
Jana Klinge am Donnerstag
Die 40-jährige Schauspielerin Jana Klinge, die tatsächlich der niedersächsischen Metropolregion Nordwest entstammt, spielt die offen lesbische Polizistin, die sehr schnell Gelegenheit erhält, sich zu beweisen. Der zunächst ziemlich lockere, später zunehmend spannende, dabei lakonisch humorvolle Unterhaltungskrimi wird an den darauffolgenden Donnerstagen mit den Episoden „Conny & Maik“ und „Im Namen des Vaters“ fortgeführt.
In Fall Nummer 80 für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) wiederum scheint zunächst alles beim Alten, bevor auf einmal alles anders wird. „Mein Leben war nicht so der Knaller“, meint im sehr gelungenen „Tatort: Der Tod der Anderen“ (10. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) ein Hotelgast, der Minuten später mit einem Strick um den Hals von der Zimmerdecke hängt. „Erhängt oder erhängt worden?“, formuliert Ballauf in aller Kürze die Frage, die sich den beiden Kommissaren stellt.
Spannung in Köln
Richtig spannend wird es schon kurz darauf, als die Hotelchefin (Ulrike Krumbiegel) für eine unerwartete Wendung sorgt, ihre Nahkampf-Kenntnisse auspackt und nacheinander Norbert Jütte (Roland Riebeling), den Phlegmatiker im Kölner Team, und dann Schenk in ihre Gewalt bringt. Sie war in der DDR einst, so wird sie später selbst aussagen, eine „Top-Mitarbeiterin“ der Stasi, „ein nachrichtendienstliches Juwel“, deren Auftrag es gewesen sei, „frauenspezifische Methoden“ einzusetzen.
Weil die männlichen Kollegen also außer Gefecht gesetzt sind, spannt Ballauf die neue Kollegin von der KTU, Natalie Förster (Tinka Fürst), ein. Zögerlich zuerst, weil: „Ich will Sie nicht da mit reinziehen.“ Sie jedoch zeigt sich offen. „Endlich mal was los hier“, sagt sie, auch wenn sie gerade erst im Kommissariat angefangen hat. Sie wird auch in Zukunft zum festen Ensemble zählen.