TV RHEINPFALZ Plus Artikel Der Fernsehkrimi-Check: Janina Fautz aus Speyer erneut bei „Wilsberg“

Eine Speyrerin ist im großen Samstagabend-Krimi wieder in entscheidender Rolle dabei: Janina Fautz (links) spielt Merle, die ihr
Eine Speyrerin ist im großen Samstagabend-Krimi wieder in entscheidender Rolle dabei: Janina Fautz (links) spielt Merle, die ihrer Patentante Anna Springer (Rita Russek) in »Wilsberg: Folge mir« beim Ermitteln hilft.

Ein vermisstes Geburtstagskind und ein getöteter Arzt lösen die Ermittlungen im neuen MDR-„Polizeiruf 110“ und WDR-„Tatort“ aus. Es sind zwei Fälle der kommenden beiden Fernsehkrimi-Wochen, die Geduld erfordern.

Vorab, am 18. März, um 20.15 Uhr im ZDF, klärt der Antiquar Georg Wilsberg (Leonard Lansink) den Mord an einer jungen Journalistin auf: „Wilsberg: Folge mir“ heißt der Samstagabendkrimi. Nach einem Jahr Pause und zuletzt der Hauptrolle in den Sebastian-Fitzek-Thrillern „Auris: Der Fall Hegel“ und „Die Frequenz des Todes“ ist die Speyerer Schauspielerin Janina Fautz wieder mit dabei: Als Merle sucht sie eine Wohnung in Münster und unterstützt ihre Patentante, Kommissarin Anna Springer (Rita Russek), bei den Ermittlungen.

Das verschwundene Kind

„Ronny ist weg“, heißt es am 19. März im Magdeburger „Polizeiruf 110: Ronny“ (20.15 Uhr, Das Erste). Ausgerechnet an seinem zehnten Geburtstag ist der Junge verschwunden und ruft damit Kommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) auf den Plan. „Erst nehmt ihr mir mein Kind weg und dann passt ihr noch nicht mal richtig drauf auf!“, klagt die Mutter, deren Sohn in einem Heim untergebracht war. Dabei erweist sie sich selbst als nur wenig hilfreich bei der Suche nach ihrem Sohn.

Claudia Michelsen spielt hervorragend, dafür bekommen ihre Kollegen Uwe Lemp (Felix Vörtler) und Günther Márquez (Pablo Grant) fast nichts zu tun. Entstanden ist ein bedrückender Fall, für den man einen langen Atem mitbringen muss.

Abseits von Köln

Der erste Todesfall im Kölner „Tatort: Abbruchkante“ (26. März, 20.15 Uhr, Das Erste) ist noch nicht der, um den es den Kommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) dann im Verlauf des Films geht. Die Tat, in der sie ermitteln, ereignet sich erst ein paar Minuten oder – in der erzählten Zeit – vier Wochen später. Sie führt die beiden und uns Zuschauer ins rheinische Braunkohlerevier, das mit der Räumung und Zerstörung des Weilers Lützerath zuletzt wieder in aller Munde war.

„Wir sind häufig morgens direkt an Lützerath vorbeigefahren“, berichtet Regisseur Torsten C. Fischer von den Dreharbeiten in den zum Teil verlassenen und zum Teil neu hochgezogenen Ortschaften rund um Garzweiler. Der Schauplatz seiner „Tatort“-Folge ist indes das fiktive Dörfchen Bützenich, das sich aus dem toten Alt- und dem jungen Neu-Bützenich zusammensetzt. Der Braunkohletagebau hinter der „Abbruchkante“ ist „ein gigantisches Klimakiller-Loch“, erkennt Schenk im nicht mehr so ganz straßentauglichen Oldtimer.

Der Krimi beweist Originalität und schlägt gerade für Kölner Verhältnisse einen zunächst angenehm leichten Ton an, bevor er düsterer und leider auch wieder konventioneller wird. Die Aufklärung der Ermordung des ortsansässigen Arztes gleicht einer langatmigen Beichte. Es ist zudem ein Kölner „Tatort“, in dem von Köln selbst nichts zu sehen ist, dafür sind umso mehr „Lost Places“ in der Kölner Bucht Schauplatz.

Unser Fernsehkrimi-Kolumnist: Stefan Otto.
Unser Fernsehkrimi-Kolumnist: Stefan Otto.
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