Kultur 50 Zeilen Pop: Neues von Zedds Hit-Sängerin
Ob Zedd ihr auch von seiner Jugend in Kaiserslautern erzählt hat? Vom Pfälzerwald vielleicht? Immerhin hat Maren Morris als Countrymusikerin, die in Tennessee lebt, auch ein Herz für Ländliches. Und posiert fürs Cover ihres neuen Albums „Girl“ auf Waldboden. Die 28-Jährige jedenfalls hat dem in der Westpfalz aufgewachsenen DJ und Produzenten Zedd, bürgerlich Anton Zaslavski, einiges zu verdanken: Seit der Zusammenarbeit mit ihm Anfang 2018 beim dreifach grammynominierten Dancepop-Stück „The Middle“ wird sie auch jenseits ihres Stammgenres und außerhalb der USA wahrgenommen. In ihrer Heimat ist die Musikerin bereits berühmt. Hartnäckig hat sie sich in dem eher männlich besetzten Countrygenre nach oben gearbeitet: Die Texanerin ist nicht nur stimmstark, sondern komponiert auch. Zunächst schrieb sie für andere, gern Frauen wie Kelly Clarkson. Lang blieb sie so im Hintergrund, bis sie einmal selbst ein Lied für Youtube einsang – und einen Plattenvertrag erhielt. „Hero“ hieß ihr Debüt, die Single „My Church“ gewann einen Country-Grammy. Aber den Weg in die weitere Welt des Pop, den schon Kolleginnen wie Taylor Swift beschritten haben, öffnete ihr erst Zedds Megahit „The Middle“. Schließlich prägt ihre hier bisweilen gar schneidend intensive Stimme den Song über den Versuch, eine Beziehung zu retten. Ihr neues Album „Girl“ nun ist fast reiner Pop im Stil einer Ariana Grande, nur „To Hell & Back“ und „The Bones“ huldigen dem Country-Twang. In Liedern wie „Girl“ aber zeigt sich Maren Morris als selbstbewusste Frau, die sich von Rückschlägen nicht umwerfen lässt. Die 28-Jährige möchte so auch anderen Frauen Mut machen, ihren Weg zu gehen. Denn auch wenn sie gar nicht rebellisch aussieht: Als Sängerin, die sich auch politisch äußert und etwa für strengere US-Schusswaffengesetze eintritt, ist sie gerade im Country eine Ausnahmeerscheinung.