Kultur 50 Zeilen Pop: Jungstötter statt Sizarr

Fabian Altstötter ist nun: Jungstötter.
Fabian Altstötter ist nun: Jungstötter.

Fabian Altstötter gibt sich geheimnisvoll. Der Sänger aus Landau-Godramstein, der mit der seiner Indieband Sizarr zwei großartige Alben aufnahm, hat ein neues Musikprojekt. Jungstötter nennt es sich. Ob der 27-Jährige, der mittlerweile in Berlin lebt, schon in einer Alterskrise steckt? Wahrscheinlich aber möchte der Mann mit der unvergesslich melancholischen Stimme sich einfach neu erfinden. Und so hat er schon Anfang des Jahres seinen knapp 2000 Instagram-Anhängern den neuen Bandnamen präsentiert. Aber noch keine Musik. Das zugehörige Soundcloud-Konto und die Facebook-Präsenz sind leer. Auch fehlen Mitschnitte der wenigen bisherigen Konzerte, etwa an Pfingsten im verregneten München vor leider nur zwei Handvoll Menschen, wie Fotos belegen: eine ziemlich erstaunliche Stille in digitalen Zeiten. Nun ist für Sonntag ein Auftritt in Mannheim angekündigt, wo Fabian Altstötter auch mal lebte. Auf der Sommer-Open-Air-Bühne vor der Alten Feuerwache will der Südpfälzer aufspielen. Auch wenn er sich in seiner neuen Inkarnation von seinem Kumpel Hendrik Otremba von der Band Messer, den er zum Biografie-Schreiben verpflichtet hat, eher winterlich-düster ankündigen lässt: „Die Kleider haben an Farbe verloren, die Mäntel sind länger geworden, die Haut ist gestochen von morbiden Fantasien.“ Die Musik hat wie bei seinem Herxheimer Kumpel Max Gruber alias Drangsal Max Rieger von Die Nerven produziert. Als Eckpunkte sind genannt: die Bad Seeds, Tuxedomoon, Scott Walker, Neil Young. Und mit im Boot ist sein Sizarr-Kumpel Philipp Hülsenbeck sowie Schlagzeuger Manu Chittka, sonst bei Messer aktiv. Jungstötter sind im Anschluss für einflussreiche Festivals gebucht: bei C/O Pop in Köln (1. September) oder dem Reeperbahnfestival (20. September). Woraus sich schließen lässt: Sizarr sind wohl Geschichte.

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