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1988: Bruce Springsteens legendäres Konzert in Ost-Berlin
Drei Jahrzehnte und 1500 Konzerte später erinnert sich der Boss immer noch an den 19. Juli 1988: „Es war eine der großen Shows unseres Lebens, und ein Jahr später fiel die Mauer“, schreibt Bruce Springsteen 2016 in seiner Autobiografie „Born to Run“ über das Konzert auf der Radrennbahn Weißensee in Ost-Berlin – dem größten Rock-Konzert in der Geschichte der DDR.
Vor mehr Publikum hatte auch Springsteen nie gespielt. „Von der Bühne aus konnte ich das Ende nicht sehen“, erinnert er sich. 20 Mark kostete die Karte, 160.000 wurden verkauft und verteilt. Da sich aber unzählige Musikfans auch ohne Tickets auf den Weg gemacht hatten, sollen es am Ende 300.000 Zuschauer gewesen sein, schreibt Erik Kirschbaum, der dem Konzert mit „Rocking the Wall“ ein ganzes Buch gewidmet hat.
Das Konzert habe die Welt verändert, ist sich Kirschbaum sicher. Springsteen habe mit seinem vierstündigen Auftritt, der mit „Badlands“ als Erstem von 32 Songs begann, mitgeholfen, dass gut ein Jahr später die Mauer fiel und Deutschland wiedervereinigt wurde. Eine These, die umstritten ist, mit der Kirschbaum aber nicht alleinsteht.
Diese Kraft des Konzerts lag nicht nur in den Songs, sondern auch in der kurzen Ansage auf Deutsch, die Springsteen vorbereitet hatte und die er nach „War“ und „Born in the USA“ vom Blatt abliest. In der zeitversetzten Fernsehübertragung wird sie herausgeschnitten. Obwohl Springsteen das Wort „Mauer“ zur Erleichterung der DDR-Oberen noch ausgetauscht hatte, wusste jeder, was er meinte: „Ich bin gekommen, um Rock ’n’ Roll für euch zu spielen, in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden.“ Sprach’s und spielte das nächste Lied. Bob Dylans „Chimes of Freedom“ – Glocken der Freiheit.
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