Hart am Rand Lächeln pflanzen

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Agaven-Ableger und kleine Kakteen stehen am Straßenrand. Ein kleiner Zettel am Topf verrät: Sie sind ein Geschenk für den nächsten Passanten, der sich an ihnen erfreut. Ein Akt der Güte – ein „kleiner Lichtblick“ im Leben während der Pandemie. „Es ist eine einfache Methode, in dieser verrückten Zeit Liebe weiterzugeben“, sagt Micka Brown, der die Facebook-Seite „Plant Drop Australia“ ins Leben gerufen hat. Noch dazu koste es kein Geld, wenn man Ableger seiner eigenen Pflanzen nehme.

Gutes tun, Fremden einfach mal so Freude bereiten, ohne im Gegenzug etwas dafür zurückzubekommen – das findet derzeit in Australien großen Anklang. Seit ihrem Start Mitte Januar ist die Gruppe „Plant Drop Australia“ auf über 10.000 Mitglieder angeschwollen. Auch Menschen aus den USA, Großbritannien und Irland sind auf die Idee aufgesprungen und haben in ihren Ländern eigene Gruppen ins Leben gerufen. Es gibt viele positive Geschichten rund um die Pflanzengeschenke. „Ein Pärchen hat am Valentinstag eine Pflanze an den Ort gebracht, an dem sie einst geheiratet haben“, sagte Brown. Diese habe dann ein anderes Brautpaar gefunden, das an diesem Tag heiratete. Eine weitere Geschichte, die ihn gerührt habe, sei die eines älteren Ehepaares gewesen. „Die Frau war im Krankenhaus und so übernahm ihr Ehemann die Pflanzenlieferung und ließ eine Pflanze für einen Fremden an der Straße zurück.“

Auf der Facebook-Seite berichtete eine Frau von ihrem ersten Pflanzen-Geschenk, das sie vor einer Bäckerei abgestellt hatte. „Viele Leute haben es sich angeschaut, aber zunächst nahm es keiner mit“, schrieb sie. Dann sei der Bäcker herausgekommen und habe gemeint: „Ich habe einen schrecklichen Tag gehabt, bis ich dies gesehen habe.“ Er spendierte der Pflanzenfreundin einen Kaffee und „das hat mir dann auch einen schönen Tag bereitet“.

Im Prinzip ähnele das Konzept dem der bemalten Steine, die Menschen auslegen, um anderen Freude zu bereiten, sagte der Australier. Die Idee mit den Pflanzen kam Brown während einer Meditation. Zunächst googelte er die Idee und stellte fest, dass noch niemand etwas Vergleichbares machte. „Ich beschäftige mich seit zwei Jahren viel mit Pflanzen und habe etwa 100 Pflanzen zu Hause“, sagte der Australier, der nördlich von Sydney lebt. Dies machte es ihm leicht, erste Ableger vorzubereiten und zu verschenken. Da er nach einer Operation derzeit viel zu Hause ist, startete er zudem die Facebook-Gruppe, die innerhalb kürzester Zeit „explodierte“.

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