Beziehungskiste
Beziehungskolumne: Patchworkfamilien
Ein Partnerwechsel der Eltern kann nicht nur für die Kinder schwierig sein, sondern auch für die Kita.
„Als Leiterin einer Kita stelle ich fest dass immer mehr unserer Kinder in Patchworkfamilien leben. Wenn die Eltern neue Lebenspartner haben, kommen diese manchmal auch zu uns und wollen über die Entwicklung und das Verhalten des Kindes reden. Im Team sind wir uns uneins darüber, was da richtig ist.“
In Patchworkfamilien reden viele neue Menschen mit. Die Vielzahl und Vielfalt an Personen sind typische Merkmale dieser Familienform. Zu den leiblichen Eltern kommen durch die neuen Partner zusätzliche Elternfiguren (Stiefeltern), deren Eltern (Stiefgroßeltern), Geschwister (Stieftanten und Stiefonkel) sowie oft Kinder aus vorangegangen Beziehungen (Stiefkinder, Stiefgeschwister). Und alle haben Bedürfnisse und Ansprüche und Beziehungen untereinander, egal wie diese gelebt werden.
Wir raten Ihnen, bestimmte Tatsachen als Leitlinie dafür zu nutzen, mit wem Sie über was reden, beispielsweise: Ist der Gesprächspartner ein leibliches Elternteil, hat er das Sorgerecht für das Kind, versorgt er es im Alltag? Denn in diesen Rollen liegen die Zuständigkeiten. Pures Interesse neuer Partner und auch ein noch so guter Kontakt zum Kind darf für Sie kein Kriterium zur Informationsweitergabe sein. Ihre Ansprechpartner sind zunächst einmal ausschließlich die sorgeberechtigten Eltern. Von diesen brauchen Sie sowieso die ausdrückliche – schriftliche - Erlaubnis, wem Sie das Kind mitgeben dürfen. Das gilt auch für alle Auskünfte rund ums Kind.
Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese bitte per E-Mail an die Adresse ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.