Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Beziehungs-Kolumne: Wenn fremdsprachige Helfer die Pflege übernehmen

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt. www.ek-institut.de
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt. www.ek-institut.de Foto: frei

Die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger in fremde Hände zu geben, will gut überlegt sein.

„Meine Mutter, 87, ist sehr pflegebedürftig. Ich möchte sie weder ins Heim geben, noch kann ich selbst rund um die Uhr für sie sorgen. Werde ich ihr gerecht, wenn ich eine ausländische Pflegekraft engagiere, die zwar immer da ist, meine Mutter aber womöglich schlecht versteht?“

Sie möchten Ihrer pflegebedürftigen Mutter den Verbleib im gewohnten Umfeld ermöglichen. In dieser Hinsicht werden Sie ihr und ihrem Wunsch vermutlich gerecht. Die von Ihnen beschriebenen Rahmenbedingungen – Betreuung ist rund um die Uhr nötig, Heim scheidet aus, Sie können die Betreuung allein nicht leisten – lassen eigentlich keine andere Lösung zu, als Ihre Mutter in deren eigenen vier Wänden durch Dritte zu betreuen. Ob Ihre Entscheidung richtig ist, können Sie allerdings erst im Nachhinein beurteilen.

Dass eine Pflegekraft Grundkenntnisse der deutschen Sprache hat, könnte ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Bedenken Sie vor Ihrer Entscheidung: Mit der Aufnahme einer Pflegekraft öffnet man seinen intimsten Bereich für Personen, die man gar nicht kennt und denen man trotzdem einen großen Vertrauensvorsprung gewähren muss. Sie sind zwar entlastet, gleichzeitig kommt aber neuer Zeit- und Arbeitsaufwand auf Sie als Arbeitgeberin zu: zunächst Einführung und Anleitung, dann die Kontrolle. Wie geht die Person mit Ihrer Mutter und deren Zuhause um, wie gestalten sich Kommunikation und Beziehung zwischen den beiden, wie geht es Ihrer Mutter, wo müssen Konflikte gelöst werden? Eine große Herausforderung!

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