1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der FCK den Magdeburger Heimfluch auffrischen will

 Pech hoch zwei: Der Ball prallt von Boris Tomiak (Zweiter von rechts) ab und an Keeper Andreas Luthe vorbei zum 4:4--Endstand v
Pech hoch zwei: Der Ball prallt von Boris Tomiak (Zweiter von rechts) ab und an Keeper Andreas Luthe vorbei zum 4:4--Endstand vorbei ins Tor des FCK.

Die Roten Teufel können an der Elbe die 40-Punkte-Marke knacken. Hinter zwei Leistungsträgern stehen allerdings Fragezeichen. Der Kapitän erhält Zuspruch.

Jean Zimmer erlebte sportlich nicht seinen besten Tag. Im Gegenteil: Der Vortrag gegen die SpVgg Greuther Fürth missriet dem Kapitän des 1. FC Kaiserslautern derart, dass Cheftrainer Dirk Schuster ihn nach der ersten Spielhälfte aus der Mannschaft nahm und durch Erik Durm ersetzte. Letztgenannter habe „seine Aufgabe erfüllt“, befand Schuster. Daraus abzuleiten, dass Zimmer im Auswärtsspiel an diesem Freitag beim 1. FC Magdeburg (ab 18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) zwangsläufig auf der Bank Platz nehmen muss, wäre unterdessen ein fataler Irrtum.

Es sei doch klar, dass jeder Spieler mal einen schwarzen Tag erwische, bekundete Schuster. Zimmer selbst habe mit seiner Darbietung gehadert und im Gespräch mit ihm bekannt, „einen Scheiß“ zusammengespielt zu haben. Das bedeute aber noch lange nicht, dass man ihn nun verteufle oder dass er für die Startformation keine Rolle spiele. „Was meinen Sie, wie viele schlechte Spiele ich in meiner Laufbahn gemacht habe“, sagt Schuster: „Das sollte man jedem mal zugestehen. Jean hat davor in der Rückrunde sehr ordentliche Spiele gemacht. Ich sehe das nicht so dramatisch.“

Bänderriss bei Bünning

Wer am Freitag aufläuft und auf welcher Position, das hängt auch vom taktischen System ab, mit dem Schuster dem Gastgeber begegnen mag. Beim 4:4 in der Hinrunde begann der FCK mit einer Viererkette in der Defensive und lag alsbald mit 1:3 zurück, erst nach einer Umstellung wurde es besser. Sollte Schuster nun eine Dreierreihe bevorzugen, könnte er ein Problem bekommen: Nur zwei gelernte Innenverteidiger stehen ihm womöglich zur Verfügung.

Robin Bormuth, gegen Fürth wegen muskulärer Probleme fehlend, läuft wieder leicht, trainierte aber nicht mit der Mannschaft. Lars Bünning zog sich im Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zu und fällt definitiv aus. Somit blieben Kevin Kraus und Boris Tomiak, der im ersten Duell dieser Saison selbst traf und das zum Endstand führende Eigentor fabrizierte. Allerdings hat auch Nicolai Rapp in der zweiten Hälfte des Spiels auf St. Pauli bereits bewiesen, dass er in der hintersten Linie agieren kann.

Jean Zimmer, hier im Spiel beim FC St. Pauli, erwischte gegen Fürth einen gebrauchten Tag.
Jean Zimmer, hier im Spiel beim FC St. Pauli, erwischte gegen Fürth einen gebrauchten Tag.

Ein weiteres Fragezeichen hat sich hinter den Namen Kenny Prince Redondo gepflanzt. Die gegen Fürth erlittene Oberschenkelverletzung beschäftigt ihn noch. Auch der Flügelpfeil fehlte im Teamtraining. Als erste Alternative könnte Philipp Hercher parat stehen. Er ersetzte Redondo nach dessen Auswechslung im zurückliegenden Heimspiel und erzielte einen Treffer. Schuster lobt Herchers offensive Aktionen, „in der Bewegung nach hinten hat er sich allerdings noch Luft nach oben gelassen“. Hercher, Hanslik, Zolinski? Das Spektrum ist breit.

Lust auf den Hexenkessel

Eines ist gewiss: Die Roten Teufel erwartet ein Hexenkessel. „Ich freue mich auf eine richtig geile Atmosphäre, auch von der Lautstärke her“, sagt Dirk Schuster. Die Magdeburger Formkurve zeige klar nach oben. „Sie haben in jedem Spiel, egal gegen welchen Gegner, an die 70 Prozent Ballbesitz, sie spielen ihren Stil, egal wie es steht, und sind schwer zu verteidigen.“ Allerdings scheint die auf Tabellenplatz 14 positionierte Elf aus Sachsen-Anhalt mit einem Heimfluch belegt zu sein.

Geballte Faust nach eigenem Treffer: Christian Titz, Trainer des 1. FC Magdeburg.
Geballte Faust nach eigenem Treffer: Christian Titz, Trainer des 1. FC Magdeburg.

Erst zwei Partien vermochten die Schützlinge von Trainer Christian Titz daheim zu gewinnen, sie schlugen Greuther Fürth mit 2:1 und Jahn Regensburg mit 1:0. Der zweite Erfolg datiert vom 2. Oktober vorigen Jahres. Titz glaubt an ein baldiges Ende der Dürre in der eigenen Arena: „Wir haben auch zuhause Dinge gut umgesetzt, seitdem wir in die Rückrunde gegangen sind, leider haben wir uns da mit dem Ergebnis nicht belohnt.“

Titz: „Unangenehm, körperlich, sehr nicklig“

Das soll am Freitag gelingen, mit einem besseren Torabschluss und konsequenterem Verteidigen; gegen einen laut Titz „unangenehmen, körperlich und sehr nicklig“ spielenden Kontrahenten: „Es ist eine Mannschaft, die sehr kompakt steht, die viel im Umschaltspiel ist, die auf die zweiten Bälle geht und die ihre Möglichkeiten wirklich sehr konsequent ausnutzt.“

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