1. FC Kaiserslautern Jean Zimmer will wieder wie Jean Zimmer spielen
«DÜSSELDORF.» Jean Zimmer begegnet seiner Vergangenheit: Zwölf Jahre hat er für den 1. FC Kaiserslautern verteidigt, seine Zukunft heißt Fortuna Düsseldorf. Heute (13 Uhr) ist der FCK zu Gast bei der Fortuna.
„Das ist eine klassische Fußballgeschichte. Es ist mein erstes Heimspiel für Fortuna – ausgerechnet gegen den FCK. Ich freue mich drauf. Es werden sehr viele Freunde von mir im Stadion sein. Die hatten ihre Karten aber schon, bevor ich gewechselt bin“, sagt Zimmer. Es sind die alten Kumpels, mit denen er einst in der Lauterer Westkurve stand. Freunde fürs Leben. „Das wird immer so bleiben, egal wo ich spiele, auch wen ich nicht mehr spiele“, betont der 23-Jährige. Letzte Woche ist er zunächst für ein Jahr als Leihgabe vom Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart gekommen. Nach gerade mal drei Trainingseinheiten stand Jean Zimmer als rechter Verteidiger beim DFB-Pokalspiel in Bielefeld in der Startelf, erfuhr nach dem 3:1-Sieg nach Verlängerung viel Lob. „Ich spüre hier Vertrauen“, sagt der Offensiv-Verteidiger dankbar. In Stuttgart hatte er sein Selbstvertrauen verloren. Er spielte immer weniger – und wenn er spielte, spielte nicht Jean Zimmer, sondern eine Art Kopie. Jean Zimmer war nicht mehr Jean Zimmer. „Ich will einfach Fußball spielen. Deshalb bin ich in die Zweite Liga zu einem ambitionierten Verein“, erklärt der Ex-Lauterer. Nach 61 Zweitligaspielen für den FCK kam der für zwei Millionen Euro Ablöse gekaufte Zimmer beim VfB nur zu 16 Einsätzen. „Ich hatte in der Zeit quasi vier Trainer, zwei Sportdirektoren – das war schon Wahnsinn“, sagt er beim Blick zurück. Als er den Vierjahresvertrag unterschrieb waren die Schwaben noch erstklassig, aber als Zimmer zum ersten Training kam, war es doch nur wieder Zweite Liga. „Ich hatte mit Düsseldorf sehr ehrliche Gespräche, vor allem mit Peter Hermann, dem bekanntesten deutschen Co-Trainer. Mein Bauchgefühl hat entschieden, ich will wieder mein Spiel spielen, nicht in irgendetwas reingepresst werden.“ Der FCK hat ihm beim 1:1 gegen Darmstadt imponiert: „Das wird ein sehr schweres Spiel, Lautern hat gut gestanden, gut gekontert. In der Zweiten Liga sind fast alle ungefähr auf Augenhöhe.“ Beim FCK sind nur noch drei Mann dabei, mit denen Zimmer gespielt hat: Marius Müller, Stipe Vucur und Daniel Halfar. „Auch Wahnsinn ...“ Zimmers treuester Fan ist sein Vater. Dessen Besuch in Düsseldorf aber ist gefährdet, denn er ist Vorsitzender der Heimatfreunde Landstuhl, soll heute Abend auf Burg Nanstein auf der Bühne stehen, Theater spielen. Aber Jean rechnet doch damit, dass Papa Frank auch beim Spiel sein wird. Um zu sehen, dass Jean Zimmer wieder wie Jean Zimmer spielt.
