1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Florian Kleinhansl: Der unscheinbare FCK-Profi auf Höhenflug

Florian Kleinhansl (rechts) hat Erik Wekesser auf der linken Außenbahn aus der Stammformation des FCK verdrängt.
Florian Kleinhansl (rechts) hat Erik Wekesser auf der linken Außenbahn aus der Stammformation des FCK verdrängt.

Florian Kleinhansl weiß, was er will. Er preist seine Stärken, ohne überheblich zu wirken. Vielmehr kommt der 24 Jahre alte FCK-Profi wie ein Student herüber.

Florian Kleinhansl redet ziemlich unverblümt. Es ist erfrischend, so klare Sätze zu hören. Denn verschwurbelte Standardsätze kommen dem 24 Jahre alten Abwehrspieler des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern weniger über die Lippen. Da unterscheidet sich Kleinhansl von so manchem anderen Profi in diesem Geschäft. Der in Nürtingen geborene Schwabe weiß, was er will. Das hat Geschäftsführer Thomas Hengen zu Saisonbeginn dieser Zeitung gesagt. Auch Kleinhansl äußert das selbstbewusst. „Ich bin ein spielintelligenter Spieler, der viel den Ball fordert, der unter Druck Lösungen findet, der selbstbewusst, clever im Zweikampf und ein Teamplayer ist“, preist Kleinhansl seine Stärken. Dabei wirkt er aber keineswegs überheblich. Kleinhansl hat klare Ziele und er wirkt klar in seinen Gedanken. Solche Spieler sind es, die Hengen und Enis Hajri, Technischer Direktor des FCK, nach der durchwachsenen vergangenen Saison gesucht haben.

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FCK geht bei Kleinhansl geringes Risiko ein

Florian Kleinhansl hatten sie schon häufiger unter die Lupe genommen. Er spielte seit 2021 beim VfL Osnabrück. Dort war er Stammspieler. Der FCK war nicht der einzige Zweitligist, der sich die Dienste des linken Verteidigers sichern wollte. Aber der FCK bekam letztlich den Zuschlag. Da Kleinhansl ablösefrei war, ist das Risiko bei dieser Personalie überschaubar. Es deutet sich an, dass der FCK einen guten Fang gemacht hat. Kleinhansl hat sich nach einer Anlaufphase nun in die Stammformation gespielt. „Es ist schon einiges passiert in der Zeit, seit ich beim FCK bin. Ein neuer Verein nach drei Jahren, da musste ich mich erst mal eingewöhnen“, sagt Kleinhansl, „Ich glaube, der Start war nicht ganz einfach für mich persönlich. In den letzten Wochen zeigt die Kurve aus meiner Sicht aber schon nach oben. Auch im Training merke ich, dass ich mich besser einfinde. Vielleicht hatte ich noch ein, zwei Dellen, aber ich denke schon, dass die Tendenz insgesamt steigend ist.“

Florian Kleinhansl (links) und Tobias Raschl (rechts) beim Rolli-Tag des FCK in der Nordhalle des Fritz-Walter-Stadions.
Florian Kleinhansl (links) und Tobias Raschl (rechts) beim Rolli-Tag des FCK in der Nordhalle des Fritz-Walter-Stadions.

Kleinhansl hat bislang 389 Minuten für den FCK in dieser Zweitliga-Saison auf dem Platz gestanden. Drei Partien gehörte er gar nicht dem Kader an, davor kam er dreimal nicht zum Einsatz. Beim 3:0-Erfolg gegen Paderborn stand er dann erstmals in der Startelf. Seit dieser Zeit hat er im Kampf mit Erik Wekesser und Mika Haas die Nase vorn – und absolvierte jeweils die komplette Spielzeit. „Flo hat ein bisschen gebraucht, um sich so ein bisschen reinzukämpfen in die Mannschaft“, sagt Trainer Markus Anfang: „Er macht es ganz ordentlich.“ Bei Anfang haben die Spieler keinen Freifahrtschein. Der FCK-Trainer geht nach dem Leistungsprinzip. Da hatte Kleinhansl irgendwann gemerkt, dass er nicht weiterkommt, wenn er an seiner Leistung, an seinem Auftreten festhält. „Irgendwann habe ich realisiert, dass es einfach noch nicht gereicht hat, dass ich mich im Training noch mal mehr reinhängen muss und auch außerhalb des Platzes noch mehr Gas geben muss. Das habe ich im Training umgesetzt. Man merkt dann im Nachhinein, dass vielleicht noch mehr in einem steckt, auch wenn man vorher schon das Gefühl hatte, alles gegeben zu haben.“

Antreiber über links: Florian Kleinhansl.
Antreiber über links: Florian Kleinhansl.

Seine gedankliche Neuausrichtung bezieht sich nicht nur auf die Trainingsarbeit. Ernährung und Krafttraining bezog Kleinhansl mit ein. „Einfach das Ganze nochmal ein bisschen mehr leben“, sagt er. Weil die Auswahl an Restaurants in Kaiserslautern überschaubar ist, kocht Kleinhansl ab und an zu Hause. Die Hausarbeit ist ihm nicht mehr so fremd. In Osnabrück war er erstmals alleine von zu Hause weg. Kleinhansl musste sich gewisse Alltagsdinge, wie Kochen oder Waschen, selbst aneignen. Dazu schaute er sich Videos in Youtube oder TikTok an. Mittlerweile hat sich der 24-Jährige eine gewisse Routine angeeignet. Ab und an fährt er nach Hause zu seinen Eltern nach Nürtingen. Da nimmt Kleinhansl auch schon mal den Zug. „Die Verbindung ist gut. Von Kaiserslautern nach Stuttgart gibt es manchmal einen ICE, der durchfährt. Das ist dann ganz angenehm“, sagt Kleinhansl. Er ist ein geerdeter junger Mann, der weiß, was er will und was er kann. Kleinhansl ist zurückhaltend, nicht auffallend, aber selbstsicher und selbstbewusst – neben und auf dem Platz. „Ich glaube, ein bisschen was von beidem“, sagt er: „Es ist schon wichtig, seine Stärken auf den Platz zu bekommen und auch zu zeigen. Dafür wurde ich letztlich auch geholt und das macht mich auch aus“, sagt Kleinhansl.

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