1. FC Kaiserslautern
Filip Kaloc und der FCK: Zwischen Abstiegskampf, Pokalhighlight und Vertragsverlängerung
Zweieinhalb Tage frei – es war lange her, seit die Profis des 1. FC Kaiserslautern sich über einen derart langen Zeitraum nicht zu Gesicht bekommen hatten. Die Erfüllung des Minimalziels, den Verbleib in der Zweiten Liga, hatte Friedhelm Funkel veranlasst, seiner Mannschaft eine Art von Kurzurlaub zu ermöglichen. Erst am frühen Mittwochnachmittag bat er die Spieler des FCK auf den Trainingsplatz, nachdem Sonntagnachmittag klar gewesen war, dass die Lauterer nicht mehr würden absteigen können.
„Nicht nach Hause geflogen“
„Ich bin nicht nach Hause geflogen. Meine Freundin ist hier und wir haben die Zeit gemeinsam genossen“, sagte Filip Kaloc am Mittwoch. Als der Tscheche letztmalig zwei Tage frei hatte, war er in die Heimat zur Familie gedüst. Diesmal entschied er sich dafür, in der Pfalz zu bleiben – übrigens nicht nur für die freien Tage. Die FCK-Verantwortlichen haben den ursprünglich bis Juni vom tschechischen Erstligisten Banik Ostrau ausgeliehenen Mittelfeldspieler fest verpflichtet, dem Vernehmen nach für zwei Spielzeiten bis Juni 2026.
„Ich freue mich sehr, dass der Verein sich dazu entschlossen hat“, erklärte Kaloc, der sich in der Rückrunde schnell zu einer Stammkraft bei den Roten Teufel gemausert hat. Bei der Übungseinheit am Mittwoch zeigte er sich gut ausgeruht und voller Tatendrang.
Die rund 200 Besucher, die sich bei unangenehmem Nieselregen mehrheitlich mit Schirmen oder Regenjacken ausgestattet hatten, sahen die erste Einheit seit vielen Wochen, die für Kaloc und seine Kollegen nicht unter dem Titel „Abstiegskampf“ stand. Seit Mittwoch geht es auf dem Trainingsplatz am Fritz-Walter-Stadion nicht mehr darum, alle Energie zu bündeln, um den Verbleib in der Zweiten Liga sicherzustellen, sondern darum, einen möglichst erfolgreichen Abschluss der Ligasaison hinzubekommen – und langsam Vorfreude zu entwickeln für das, was eine Woche später folgen wird. Ab sofort dient jede Übungseinheit der Einstimmung auf das Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen.
Großbestellung für Berlin
„Ich musste mehr als 20 Karten besorgen, meine gesamte Familie kommt, sogar ein sehr guter Freund aus Serbien“, verriet Kaloc, und sein Lächeln zeigte die Vorfreude, die der Tscheche mit dem Pokalfinale im Berliner Olympiastadion verbindet, ganz unabhängig davon, dass der Gegner aus Leverkusen übermächtig zu sein scheint. „Es ist nur ein Spiel, da ist immer alles möglich“, erklärte er, richtete seine Aufmerksamkeit aber pflichtbewusst auch auf die zuvor anstehende Aufgabe in der Liga gegen Braunschweig. „Erst zählt Sonntag, danach kommt Leverkusen.“
Ba-Muaka Simakala, Ragnar Ache, Jan Elvedi und Ben Zolinski standen am Mittwoch nicht auf dem Trainingsplatz. Während Simakala erkältet ist und bald wieder auf dem Trainingsplatz zurückerwartet wird, stehen hinter der Einsatzfähigkeit seiner drei Kollegen für die Partie am Sonntag mehr oder weniger große Fragezeichen. Ache plagt sich seit Wochen mit einer schmerzhaften Entzündung an der Achillessehne herum. Es wäre keine Überraschung, wenn er gegen Braunschweig geschont würde, damit er eine Woche später gegen Leverkusen einsatzbereit ist. Bei Elvedi (muskuläre Probleme) könnte es ebenso sein, während Ben Zolinski, der sich bei der 1:3-Niederlage am Samstag in Berlin am Innenband des rechten Knies verletzte, auch das Pokalfinale zu verpassen droht.
Neue Zeitrechnung hat begonnen
Seit dem gesicherten Ligaverbleib ist die neue Zeitrechnung nicht mehr die von Ligaspiel zu Ligaspiel, sondern der Countdown zum Höhepunkt in Berlin. Die Herausforderung von Filip Kaloc und seinen Kollegen besteht darin, die Begegnung gegen die Braunschweiger am Sonntag als willkommenen Aufgalopp für das Endspiel zu begreifen und nicht als störende Pflicht auf dem Weg dahin. Am Mittwoch in einer kurzen Trainingseinheit machten die Spieler in den FCK-Trainingsleibchen den Eindruck, gelöst, aber konzentriert zu sein.
