Fußball FCK-Profi Philipp Klement und die Wachtenburg: Das ist Heimat
Das Wetter meint es gut an diesem Morgen. Der Regen hat aufgehört, ganz langsam wärmt die Sonne. Auf der Wachtenburg herrscht bereits Betrieb. Die Vorbereitungen für die Wandertouristen läuft, die schon bald in Scharen eintrudeln. Die imposante Burgruine mit ihrem kleinen, aber feinen Museum ist ein Anziehungspunkt. Nicht zuletzt wegen des herrlichen Panaromas, das auch FCK-Profi Klement genießt.
Er sei schon häufiger hier oben, erzählt er – wenn auch nicht so oft, wie er sich das wünsche. „Dann trinke ich hier am liebsten eine Traubensaftschorle, nur selten auch mal eine Weinschorle.“ Als Profisportler sei das so eine Sache mit dem Alkohol, sagt er und lacht. Erst recht, als die Frage kommt, wieso er als Kind der Weinstraße in einem Video des 1. FC Kaiserslautern eingeräumt hat, das Bier dem Wein vorzuziehen. „Liegt vielleicht daran, dass ich ganz selten Alkohol trinke und mich deshalb mit Wein nicht so gut auskenne.“ Puh, gerade noch einmal die Kurve gekriegt.
Vertrautheit von Kindes Beinen an
Schon als Kind sei er mit seinen Eltern immer mal wieder hoch zur Burg gegangen. Die Vertrautheit ist geblieben; erst recht jetzt, da er nach Jahren unter anderem in Stuttgart und Paderborn wieder in der Pfalz zu Hause ist – nur wenige Kilometer von der Burg entfernt in Bad Dürkheim.
„Dass die Pfalz meine Heimat ist und ich sehr heimatverbunden bin, hat schon eine Rolle gespielt im vergangenen Jahr.“ Damals, als das Angebot aus Kaiserslautern kam und der inzwischen 31-jährige Spielmacher beim FCK unterschrieben hat. Vorher war der Kreisel zwischen Bad Dürkheim und Wachenheim für ihn das Symbol, dass er nach Wochen in der Fremde wieder daheim ist. „Heute lebe ich ja wieder hier. Da ist das alles Normalität.“
Pfalz-Werbung in der Kabine
Diese Normalität des Wohlfühlens versucht er, auch seinen nichtpfälzischen Mitspielern nahezubringen. „Ich mache in der Kabine schon viel Werbung für die Pfalz“, sagt er lächelnd. Um gleich innezuhalten. Auf die Burg, seinen Lieblingsort, habe er noch niemanden seiner Teamkollegen mitgenommen, fällt ihm ein. „Ich glaube, das muss ich ganz schnell noch nachholen“, sagt er grinsend.
Stichwort daheim. „Für mich ist Heimat, den Ort, die Gegend, die Menschen zu kennen.“ Hier fühle er sich wohl. Vor allem wegen der vielen Begegnungen. „Die Burg ist für mich ein Treffpunkt für Geselligkeit. Man trifft immer jemanden, den man kennt.“ Das sei für ihn die beste Möglichkeit, auch in schwierigen, stressigen Zeiten dem Alltag zu entfliehen, auf andere Gedanken zu kommen, die Seele baumeln zu lassen.
Toll, was hier alles getan wird
Dass die Burg um das Jahr 1200 gebaut worden ist, weiß er – und dass sie eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Doch wichtiger als detailreiche Kenntnis über die Historie des Gemäuers ist ihm die Gegenwart. Er finde es klasse, was die Stadt und was der Förderverein seit Jahren tun, um die Burg in Schuss zu halten. Erst am Tag zuvor waren Teile der Mauer mit dem Sandstrahler gereinigt worden.
Wie schaut es in Sachen Heimat mit dem Kontakt zu den Fans aus? Immerhin ist er zu seiner Zeit in Stuttgart zum Ehrenmitglied eines VfB-Fanclubs in Franken ernannt worden, zu dessen Winterfeier er ein signiertes Trikot mitgebracht hatte. Eine Ehre, die ihm bei den Anhängern des FCK noch nicht zuteil geworden ist. „Vielleicht meldet sich ja mal ein Fanclub, bei dem ich mich für diese Ehre qualifizieren darf“, sagt er lachend.
Steppkes warten auf ein Foto
Seine Fans hat Klement aber auch an diesem Vormittag auf der Burg. Schon lange vor Ende des RHEINPFALZ-Termins signalisieren drei Steppkes, dass sie nur zu gerne ein Selfie mit Klement machen würden – und erhalten dieses natürlich auch bereitwillig und in allen Varianten. „In Stuttgart oder Paderborn kam so etwas eher selten vor. Da war alles anonymer. Aber hier passiert das schon häufig, dass ich erkannt werde und die Leute das Gespräch mit mir suchen.“
Auch das ist Heimat.
