1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Empfang für die Roten Teufel: Fans bejubeln FCK, FCK bejubelt Fans

Vielumjubelt: die gesamte Mannschaft auf der Tribüne auf dem Stiftsplatz.
Vielumjubelt: die gesamte Mannschaft auf der Tribüne auf dem Stiftsplatz.

Auch wenn es nicht ganz zum Pokalcoup gereicht hat: Rund 6000 Fans haben der Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern einen begeisterten Empfang bereitet. Zwei Männer und eine Sache standen besonders im Mittelpunkt

Ein wenig müde sahen sie schon aus, die Helden aus Berlin, die dem großen Favoriten Bayer Leverkusen beim 0:1 im Pokalfinale so engagiert Paroli geboten hatten. Bis nach 4 Uhr hatten die Spieler des 1. FC Kaiserslautern noch mit Mitarbeitern, Verantwortlichen und Sponsoren im Berliner „Wasserwerk“ zusammengesessen und – na ja – zumindest ein bisschen gefeiert. „Die Spieler waren anfangs schon geknickt, weil die Chance da war, weil es so knapp war“, schildert Beiratsvorsitzender Rainer Keßler, der alle Akteure bei Eintritt in die Edel-Location abgeklatscht hatte.

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Mit dem Flieger war die Mannschaft am Sonntag kurz nach Mittag Richtung Südwesten geflogen, leicht verspätet, aber passend zum gerade beginnenden Fritz-Walter-Wetter auf dem Stiftsplatz eingetroffen. Dort hatte die Band Fused die zahlreichen Fans – viele ebenfalls aus Berlin eingetroffen – vorab in Stimmung gebracht. Und während diese draußen „You’ll never walk alone“ anstimmten, lobte Oberbürgermeisterin Beate Kimmel die Werbung, die Mannschaft und Fans in Berlin für Kaiserslautern gemacht hatten. „Wir haben eine prima Visitenkarte abgegeben“, lobte auch Keßler.

Lob ohne Ende für die Fans

Immer wieder überschwänglich lobend erwähnt auf und abseits der Bühne: die Choreografie vor dem Anpfiff. Dem Vernehmen nach hat der überdimensionale Teufel samt Transport in mehreren Lastern rund 100.000 Euro gekostet, aus Becher-Sammeln und Spenden finanziert – dazu hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit. „Phänomenal, einfach nur phänomenal, was unsere Fans da in Berlin abgerissen haben“, lobte auch Kapitän Jean Zimmer.

Als die Mannschaft kurz nach 17 Uhr die Bühne betrat, hatten die Fans schon mehrfach „Friedhelm Funkel – du bist der beste Mann“ angestimmt. Dankbar dafür, dass der Trainer-Veteran aus der Rente zurückgekommen war und den FCK zum Klassenverbleib geführt hatte. „Es waren unglaubliche 14 Wochen hier in Kaiserslautern“, sagte der sichtlich gerührte 70-Jährige. In den nächsten Tagen wolle er erst einmal Urlaub in Südeuropa machen und sich erholen, sagte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Sprechchöre auch für Puchacz

Ebenfalls gen Süden jettet Kapitän Zimmer. „Ich freue mich darauf, mit meiner Familie nach Mallorca zu fliegen. Es war eine sehr anstrengende Saison“, sagte er.

Wohin die Reise für Tymoteusz Puchacz geht, ist noch nicht klar. Der Leihspieler von Union Berlin würde gerne beim FCK bleiben – doch die Rechte liegen zunächst einmal beim Erstligisten. Wie die Fans das sehen, machten sie mit Gesten und Sprechchören klar: Puchacz muss bleiben.

Familie statt blaues Wappen

Ebenfalls verabschiedet wurden die langjährigen FCK-Spieler Philipp Hercher und Kevin Kraus. Beide sichtlich gerührt, beide nicht bereit zu Äußerungen. Im Gegensatz zum langjährigen Spieler und Teammanager Florian Dick. Er wolle nun „weniger Fußball und mehr Familie machen“. Keiner müsse sich Sorgen machen, das er woanders hingehe – schon gar nicht zu einem Verein mit blauem Wappen, versicherte er. Die Fans feierten auch das lautstark.

Time to say good-bye: Der FCK verabschiedete Trainer Friedhelm Funkel (Dritter von links), Co-Trainer Matthias Lust Zweiter von
Time to say good-bye: Der FCK verabschiedete Trainer Friedhelm Funkel (Dritter von links), Co-Trainer Matthias Lust Zweiter von links), Teammanager Florian Dick (links) und jene Spieler, deren Verträge beim FCK zum Saisonende auslaufen.
Letzter FCK-Gang: Friedhelm Funkel auf dem Weg vom Bus zum Stiftsplatz.
Letzter FCK-Gang: Friedhelm Funkel auf dem Weg vom Bus zum Stiftsplatz.
Schon vor dem Auftritt der Mannschaft war schwer Stimmung bei den rund 6000 Fans auf dem Stiftsplatz.
Schon vor dem Auftritt der Mannschaft war schwer Stimmung bei den rund 6000 Fans auf dem Stiftsplatz.

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