125 Jahre 1. FC Kaiserslautern
Ein FCK-Jubiläumsbuch mit 125 besonderen Momenten
War der Beginn ihres Fandaseins ein solcher, wie man ihn sich klassisch vorstellt?
Ja. FCK-Fan bin ich geworden wie so viele andere, einfach aus familiären Gründen. Bei mir war es mein Onkel, der mich zum ersten Spiel mitgenommen und angefixt hat. Das war im Januar 1983. Die Zeit von 1989 bis 1991, mit dem Abstiegskampf, dem DFB-Pokalsieg und der deutschen Meisterschaft, war natürlich ganz großes Kino. Zu dieser Zeit durfte ich allein ins Stadion und konnte mit Freunden die Saisons erleben. Seitdem habe ich eine Dauerkarte und bin immer dabei.
Das Jubiläumsbuch ist nach der 2013 erschienenen Chronik und dem 2020 veröffentlichten Buch zum 100-jährigen Bestehen des Fritz-Walter-Stadions bereits ihr drittes Werk über den 1. FC Kaiserslautern. Sie haben neben der Liebe zum Verein anscheinend auch ein Faible für das Schreiben. Wie kam das?
Bei mir war das wahrscheinlich die klassische Karriere. Mit 16 habe ich im Lokalsport der RHEINPFALZ angefangen und ab dem Jahr 1999 über die FCK-Amateure berichtet. Das war das Sprungbrett, um nach dem Abstieg 2006 als freier Mitarbeiter für den „kicker“ über die Zweite Bundesliga zu berichten. Auf diesem Weg erhielt ich 2011 das Angebot, die Chronik mitzugestalten. Seitdem habe ich mich intensiv mit der Geschichte des Vereins und des Stadions auseinandergesetzt.
Im aktuellen Buch wird die 125-jährige Vereinsgeschichte in Form von 125 Momenten aufbereitet. Wie kam es zu dieser Idee?
Idee ist das Stichwort. Uns war wichtig, dass dem Buch ein eigener Gedanke zugrunde liegt. Wir wollten Geschichten erzählen, aber nicht in chronologischer Reihenfolge. So haben wir Kategorien und Überschriften entwickelt, unter denen wir die Geschichten anordnen konnten. Das Buch bedient verschiedene Ansprüche und vermittelt sowohl Emotionen als auch Informationen. Es ist ein buntes Buch, das die gesamte Bandbreite des Vereins darstellt und gleichzeitig die FCK-Experten zufriedenstellen sollte. Es bietet Geschichten für alle Generationen. Hier können sowohl der Opa als auch der Enkel ihre Momente entdecken.
Toppis Tor des Monats 1979
Welcher der im Buch erzählten Momente ist ihre persönliche Lieblingsgeschichte?
Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die zum Tor von Klaus Toppmöller gegen Eintracht Frankfurt im April 1979. Das war das erste Mal, das ein FCK-Spieler das „Tor des Monats“ erzielte. Ich habe für die Story die Sportschau angeschrieben und sie haben mir Bilder der alten Matrizen geschickt, auf denen das Ergebnis der Wahl festgehalten wurde. Tatsächlich gab es dann ein Bild mit Toppmöller und Bruno Pezzey, das den Text perfekt illustriert. Und wir haben eine Tabelle mit allen „Torschützen des Monats“ hinzugefügt. Das ist ein gutes Beispiel, wie die verschiedenen Ebenen miteinander verknüpft werden konnten.
Stichwort Fotos. Alle 125 Geschichten sind großzügig bebildert. Wie sind Sie da an das Material gekommen?
Die Bebilderung und das Layout sind Sache des Verlags. Dieser veröffentlicht seit 30 Jahren FCK-Bücher und verfügt über ein Archiv. Vieles läuft auch über die gängigen Agenturen. Zu ganz speziellen Texten, vor allem natürlich den ganz alten Geschichten, wird es dünn, aber im Laufe der Jahre besitze ich selbst ein Netzwerk. An dieser Stelle muss ich Eric Lindon erwähnen, dessen digitales Archiv unbezahlbar ist.
Zu welchen Zeitpunkt beginnt man damit, ein Konzept für solch ein Buch zu erstellen?
Das Konzept haben wir ungefähr vor einem Jahr gemeinsam erarbeitet: Verein, Verlag und wir Autoren. Nachdem der FCK den Anstoß gegeben hatte, ein Jubiläumsbuch zu veröffentlichen, war schnell klar, dass wir dieses Unterfangen im Team erledigen wollen. Was Ingo, Eric und mich verbindet, ist die Tatsache, dass jeder von uns Fan ist, andererseits aber auch fachliche und professionelle Expertise einbringen konnte. Die Zusammenarbeit war dann auch wirklich hervorragend. Ich finde, wir haben uns prima ergänzt.
Das eigene Netzwerk hilft
Was waren die Unterschiede in der Recherche für die Chronik und der für das aktuelle Buch?
Die Chronik war die Basis für das jetzige Werk, mit all den Erkenntnissen und dem Netzwerk, das ich damals aufgebaut habe. Der damalige Rechercheaufwand war mit dem jetzigen Aufwand, auch dank Digitalisierung, nicht mehr zu vergleichen. Für die Geschichten im Buch, die ich geschrieben habe, stützte ich mich hauptsächlich auf die eigenen Unterlagen. Ich musste nur noch punktuell in Archiven nachrecherchieren.
Der Verein war an der Entstehung ebenfalls beteiligt. Wie ist die Zusammenarbeit mit dem FCK abgelaufen?
Der Klub hat das Projekt in Person von Stefan Roßkopf, dem Leiter der Unternehmenskommunikation, begleitet. Er hat uns einerseits die Wünsche des Vereins skizziert, beispielsweise auch die Erfolge der Abteilungen zu berücksichtigen oder auch die Fankultur in ihren vielen Facetten. Auf der anderen Seite hat er uns aber das nötige Vertrauen entgegengebracht, hat uns machen lassen. Das war sehr angenehm.
Wagen wir doch mal zum Ende noch einen kurzen Blick auf die aktuelle Situation. Der Verein hat am Ende der Saison 2024/25 die Relegation und damit den möglichen Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Werden denn in absehbarer Zeit weitere FCK-Momente dazukommen?
Bei Redaktionsschluss nicht zu wissen, ob wir bis zur Veröffentlichung einen weiteren Höhepunkt verpassen, war tatsächlich ein Problem für uns. Das Buch sollte aber zum 125. Geburtstag vorliegen, und somit sind wir dieses Risiko eingegangen. Wir haben für die abgelaufene Saison eine eigene, kleine Geschichte ans Ende gesetzt. Hoffentlich noch lange nicht zu Ende ist die Geschichte des FCK. Es wird weiter Höhen und Tiefen geben. Das Einzige, was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es uns mit diesem Verein wohl nie langweilig werden wird.
