1. FC Kaiserslautern Die Teufelsbande

KARLSRUHE (zkk/osp). Freier Montag für den Zweitliga-Kader des 1. FC Kaiserslautern. Ausgenommen: die fünfköpfige Reisegruppe, die zur deutschen U21-Nationalmannschaft reiste und am Freitag (20 Uhr) in Paderborn auf Italien trifft.
Fünf Lauterer – Kerem Demirbay, Philipp Hofmann, Amin Younes, Willi Orban, Jean Zimmer – hat DFB-Trainer Horst Hrubesch für die Spiele gegen Italien und am 31. März in England berufen. Es hätten aber auch sechs sein können, doch Dominique Heintz kehrt nach seinem Muskelbündelriss erst in dieser Woche beim FCK ins Mannschaftstraining zurück. Erstmals im deutschen Team dabei ist Kerem Demirbay. „Ich habe lange überlegt und erst einmal eine Entscheidung getroffen. Ich will das genießen, kenne ja viele Spieler. Wahnsinn, dass gleich fünf aus unserem Verein dabei sind“, sagte der Mittelfeldspieler nach dem 0:0 in Karlsruhe. Willi Orban hatte die Lauterer als Kapitän im Derby angeführt – und war selbst überrascht, eine Woche nach seiner Syndesmosezerrung und Bänderdehnung am Sprunggelenk zurück auf der Spielwiese gewesen zu sein. „Gefühlt war ich 24 Stunden am Tag in Behandlung – deshalb mein besonderer Dank an unsere medizinische Abteilung“, sagte der 22-Jährige. Er spielte auch im Wildpark sehr gut, verteidigte mit Herz und Verstand. „Ich habe auf die Zähne gebissen, weil ich meiner Mannschaft mit einer guten Leistung helfen wollte“, sagte der Verteidiger. „Wir sind jetzt Zweiter, das ist eine schöne Momentaufnahme. Aber man darf nicht vergessen, dass in acht Spielen bis zum Saisonende noch viel passieren kann. Aber wir haben nichts zu verlieren.“ Jean Zimmer ist – wie Willi Orban – im letzten Herbst erstmals nominiert worden und nun erneut dabei. „Schön für uns und unseren Verein. Das ist einfach auch eine Anerkennung unserer Arbeit“, sagte Zimmer, der beim Remis in Karlsruhe erneut mit einem Lattenkracher Schusspech hatte. „Da haben mal wieder die berühmten Zentimeter gefehlt“, bedauerte der 21-Jährige. „Jean sieht die Lücken, er macht das einfach sehr gut“, lobte FCK-Trainer Kosta Runjaic. „Für die Ausbildung ist die Berufung in die U21 sicher gut, unsere Jungs sammeln neue Erfahrungen, die sie auch weiter bringen“, sagte der Coach. „Im Endeffekt geht das Unentschieden in Ordnung. Wir sind nicht unzufrieden“, sagte FCK-Linksverteidiger Chris Löwe nach der Nullnummer beim KSC: „Wir sind an diesem Wochenende durch Darmstadts Niederlage in der Tabelle sogar einen Platz geklettert. Natürlich hat bei uns manchmal der letzte Ball gefehlt. Aber man darf auch nicht vergessen, dass Karlsruhe mit die beste Abwehr der Liga hat – sie haben erst 19 Gegentore kassiert.“ „Das Wochenende ist gut für uns gelaufen“, meinte auch Torhüter Tobias Sippel nach dem 0:0 im Derby: „Nach der Länderspielpause können wir zu Hause gegen Heidenheim einen wichtigen Grundstein legen für den Saison-Endspurt.“ „Wir können ganz zufrieden sein, haben kein Gegentor zugelassen, auch wenn wir natürlich bis zum Schluss auf den einen Treffer unsererseits gehofft haben, den sogenannten Lucky Punch“, betonte Innenverteidiger Tim Heubach. Der Blondschopf hat sich erneut von seiner ganz starken Seite gezeigt. Heubach harmonierte sehr gut mit Orban, weiß auch das Spiel gut zu verlagern und zu eröffnen. Ein richtig guter Mann.
