FCK-Kolumne
Böhms Betze: Fragen über Fragen
Haben Sie schon mal den Kopf durchs Fenster gestreckt? Mal rausgelinst, was sich da draußen so tut? Das Fenster, vorgelagertes Hauptwort „Transfer“, steht seit dem 1. Januar offen, und natürlich stellt sich auch mit Blick auf den 1. FC Kaiserslautern die Frage, ob die Entscheider durch die Luke Spieler nach drinnen ziehen oder nach draußen reichen. Mich persönlich treiben einige Fragen um, nicht nur was potenzielle Zu- oder Abgänge betrifft. Fragen, die möglicherweise auch Sie beschäftigen.
Wird Edeltechniker Philipp Klement noch einmal ein Faktor für den Klub? Kann Marlon Ritter sein durch was auch immer begründetes Tief überwinden, den Mantel eines Reservisten ablegen und sich in jene Robe kleiden, die ihm aufgrund seiner Begabung maßgeschneidert scheint? Erleben wir ihn nur noch bis Mai im Dress des FCK? Wird Jean Zimmer nach der Winterpause fit sein und den Konkurrenzkampf auf der rechten Außenbahn erhöhen? Eine entsprechende Anzahl an Einsätzen absolvieren, um eine Klausel zur Vertragsverlängerung zu aktivieren (sofern sie denn besteht), seinen Kontrakt erneuern (sofern er ein Angebot erhält), seine Laufbahn beenden oder noch einmal für einen anderen Klub auflaufen (sofern er umworben wird)?
Zaubertanz am Schlangenfluss?
Kann Ragnar Ache eine Halbserie verletzungsfrei absolvieren – und gibt es eine Chance, ihn über den Sommer hinaus zu halten? Wird Boris Tomiak sein Agreement verlängern oder sich nach einer neue Aufgabe umschauen? Wird Aaron Opoku trotz gescheiterten Wechsels in die USA motiviert sein Talent abrufen oder, wie sein Ex-Trainer Dirk Schuster einst sagte, weiterhin zu viel „Zaubertanz am Schlangenfluss“ aufführen, meint: sein Potenzial nicht zielgerichtet einsetzen? Wird Luca Sirch seinen atemraubenden Aufschwung fortführen? Wird Daisuke Yokota weiterhin für Schwindel in Verteidigerköpfen sorgen oder decodiert und matt gesetzt?
Wird der FCK das Missverständnis Dickson Abiama beenden – und wenn ja, wann? Was wird aus Almamy Touré, dessen Arbeitspapier mutmaßlich am 30. Juni endet? Wird Tobias Raschl sich mit der Rolle des Mitläufers begnügen? Kann der FCK die Punktzahl der Vorrunde eventuell gar steigern und um den Aufstieg wetteifern? Und, für Fans und Journalisten gleichermaßen wichtig: Werden die Tauben im Fritz-Walter-Stadion ihre Verdauungsabfälle weiterhin zielgerichtet in Bier- oder Kaffeebecher plumpsen lassen oder Gnade walten lassen?
Wie Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki am Ende eines „Literarischen Quartetts“ zu sagen pflegte: Der Vorhang zu – und alle Fragen offen. 2024 ist vorüber. Seien wir gespannt auf 2025.
Unser Autor
Andreas Böhm, 57, war einst Fan der Generation „Kalli, lass die Teufel raus“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.
