1. FC Kaiserslautern
Anfangs mahnende Worte nach glanzlosem FCK-Sieg
Die drei FCK-Ordner am Einfahrtstor zum Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1. FC Kaiserslautern am Fröhnerhof erinnerten etwas an die Wachen der US-Streitkräfte vor Jahrzehnten. Damals war auf dem Gelände, wo heute das NLZ des FCK ist, eine Raketenabschussbasis des US-Militärs. Ohne besondere Erlaubnis durfte niemand auf den US-Stützpunkt.
Am Donnerstag durften nur diejenigen das Einfahrtstor zum NLZ passieren, die eine Erlaubnis des FCK hatten. Denn der Zweitligist absolvierte das Testspiel gegen den luxemburgischen Erstligisten Racing Union Luxemburg ohne Zuschauer. Kaiserslautern gewann das Spiel mit 3:2 (3:1). Kenny Prince Redondo (38.), Aaron Opoku (42.) und Richmond Tachie (60.) erzielten die Treffer. Für Luxemburg trafen Farid Ikene (40.) und Antonio Gomes (70.).
Solche Testspiele vor einem ligaspielfreien Wochenende gehören mittlerweile zum Standard. Weil die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Wochenende in der Nations League spielt, ruht der Spielbetrieb in den Profiligen. Die Vereine nutzen dies, um im Spielrhythmus zu bleiben und um jenen Profis mehr Wettkampfpraxis zu geben, die bislang eher weniger zum Einsatz kamen oder aber nach einer Verletzung wieder Spielpraxis benötigen. Das war gestern so. Das war zuvor bei den Testspielen gegen den VfB Stuttgart (1:4) und den SC Freiburg (1:2) aus der Bundesliga so.
Gegen Racing Union Luxemburg ließ FCK-Trainer Markus Anfang Fabian Heck im Tor, Boris Tomiak, Almamy Touré, Kenny Prince Redondo, Erik Wekesser, Aaron Opoku, Jannik Mause, Tobias Raschl, Afeez Aremu, Frank Ronstadt sowie Richmond Tachie im Feld beginnen. Er sah, wie Jannik Mause nach einem schönen Pass von Opoku den Luxemburger Torwart Romain Rouffier ausspielte, doch der Schuss wurde noch vor der Linie gerettet (2.). Dann geschah lange Zeit nicht viel. Die Gäste hatten mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Billal Chibani setzt eine Hereingabe von Williams Mazie knapp am linken Torpfosten vorbei (22.). Da wäre Fabian Heck chancenlos gewesen, doch kurz darauf parierte er glänzend gegen Chibani (25.). Auch im dritten Anlauf brachte Chibani den Ball nicht im Lauterer Tor unter. Nach einem Konter kam der Ball zum Spielmacher der Luxemburger, doch Ronstadt klärte im letzten Augenblick. Viel zu sehen gab es für Markus Anfang von seiner Mannschaft bis dahin nicht. Es drängte sich niemand in den Vordergrund. Quasi aus dem Nichts erzielte Redondo das 1:0. Sein Schuss schlug unhaltbar im Torwinkel ein (38.). Aber schon zwei Minuten später foulte der blass spielende Erik Wekesser Antonio Gomes im Strafraum. Den Elfer verwandelte Farid Ikene zum 1:1. Im Zwei-Minuten-Takt ging es weiter. Aaron Opoku brachte den FCK wieder in Führung – immerhin lag der FCK nach 45 Minuten vorne.
Anfang ließ die Startelf bis zur 67. Minute durchspielen. Dann begann er mit den ersten Auswechslungen. Dickson Abiama kam für Redondo und Luca Sirch für Touré. Zuvor aber erhöhte Tachie auf 3:1 (60.). Abermals Gomes verkürzte auf 2:3 (70.). Große Höhepunkte gab es kaum noch – eventuell die beiden Auswechslungen beim FCK. Jan Elvedi betrat für Ronstadt, Filip Kaloc für Aremu das Spielfeld.
Das Ergebnis spielte für den FCK- Cheftrainer eine untergeordnete Rolle. Er legte das Hauptaugenmerk auf die Akteure, die Spielpraxis benötigten. „Viele Dinge hätten besser laufen können, aber wichtig war, dass alle ihre Spielzeit bekommen haben und unverletzt durchs Spiel gekommen sind“, sagte er. So ganz einverstanden war er mit der Leistung des zweiten Anzuges nicht. „Jeder Einzelne muss mit sich selbst ins Gericht gehen, ob er immer alles gegeben hat. Bei einigen Spielern ist noch Luft nach oben“, sagte Anfang.
Etwas Geheimniskrämerei gab es vor dem Anpfiff. Auf dem Spielberichtsbogen stand unter anderem Ragnar Ache. Doch der kam 18 Minuten, nachdem die Partie begonnen hatte, in Zivil angetrottet. Ache setzte sich zu Marlon Ritter und Daisuke Yokota auf ein Bänkchen, die ebenfalls nur Zuschauer waren. Yokota bekam eine Erholungspause, Ritter ist immer noch verletzt. Auch Philipp Klement, Jean Zimmer und Jannis Heuer fehlten. Sie trainierten für sich – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
