Fußball
Fünfter Sieg in 13 Tagen: Die Charakterleistung des FK Pirmasens
Als an diesem nass-kalten und stürmischen Samstag auf der Husterhöhe nach dem 3:1 (0:1) des FK Pirmasens in der Fußball-Oberliga gegen den SV Mainz-Gonsenheim schon alle Spieler vom Feld gegangen waren, die Zuschauerränge sich geleert hatten, lief Daniel Paulus einsam über den Rasen. Der FKP-Trainer erinnerte da irgendwie an Franz Beckenbauer und seinen gedankenverlorenen Spaziergang nach dem WM-Finale 1990 über das Grün im Stadio Olimpico in Rom. Doch der Westpfälzer hatte nicht wie einst der Kaiser die Hände in den Hosentaschen, sondern drückte herausgerissene Rasenstücke wieder ans Erdreich. Aber gewiss dachte auch er dabei an das Großartige, das seine Elf gerade erbracht hatte.
„Für mich ist dieser Sieg noch höher als das DFB-Pokal-Spiel gegen den HSV und der Sieg im Verbandspokalfinale gegen Schott Mainz einzuordnen“, sagte Paulus, nachdem er das letzte Rasenstück eingefügt hatte. Es war in der Tat grandios, wie sein Team im fünften Spiel in 13 Tagen einen 0:1-Pausenrückstand und Verletzungen wegsteckte und dank einer starken zweiten Halbzeit noch verdient gewann. Paulus: „Wir waren körperlich rasiert nach den 120 Minuten am Mittwoch in Worms. Es ist unfassbar, was wir in der zweiten Hälfte an Energie rausgeholt haben. Ein Mega-Kompliment für diese Charakterleistung!“
Auch Deho verletzt
Der Pokalfight bei der Wormatia (9:8 nach Elfmeterschießen) hatte in der Tat Spuren hinterlassen. Stamm-Innenverteidiger Michael Müller verletzte sich dabei am Knie, Miguel Deho musste ihn trotz Rückenproblemen vertreten – und kurz vor Ende der ersten Hälfte dann aber ausgewechselt werden. Die schlappen Pirmasenser hatten große Probleme mit den ausgeruhten, schnell umschaltenden Gonsenheimern, die gleich zu Beginn zwei große Chancen hatten. Das 0:1 in der 38. Minute resultierte aus einem scharfen, nicht optimalen Zuspiel von Yannick Grieß zu Marc Ehrhart, der den Ball nicht unter Kontrolle brachte; Elias Walter traf nach Zuspiel von David Vodi. Das 0:2 noch vor der Pause lag bei Möglichkeiten für Walter und Demir – Deho rettete in seiner letzten Aktion mit spektakulärer Grätsche – in der Luft.
Paulus brachte in der Halbzeitpause seine Offensiv-Asse Dennis Krob und Nico Wiltz, die er nach ihrem zweistündigen Einsatz in Worms zunächst geschont hatte. Der FKP machte nun enormen Druck. Nach überraschender Freistoß-Variante von Wiltz und Schuss von Thomas Selensky gelang Luca Eichhorn das 1:1 (63.). Krob verwandelte einen Elfmeter nach Foul von Robin Hofmann an Wiltz zum 2:1 (66.). Und Ehrhart schloss eine klasse Kombination mit Luka Dimitrijevic zum 3:1 (85.) ab. Zweimal Dimitrijevic und Wiltz ließen weitere Top-Chancen aus. Krobs Fazit: „Man hat in der ersten Halbzeit schon gemerkt, dass wir am Mittwoch ein 120-Minuten-Vollgas-Spiel gehabt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir aber eine Schippe draufgelegt. Wir sind mental so stark, dass uns ein 0:1 oder 0:2 nicht schreckt.“ Und Silas Gutmann, eigentlich Stürmer, aber am Samstag einmal mehr Schienenspieler (erst rechts, nach der Einwechslung des starken Noah Stilb links) war „froh, jetzt mal zwei freie Tage zu haben“.
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