Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens korrigiert Fehlstart und gewinnt gegen Idar-Oberstein doch noch klar

Viel zu tun: Der stark geforderte FKP-Abwehrchef Yannick Grieß (in Blau, Bildmitte), per Freistoß Schütze des 2:2, klärt hier vo
Viel zu tun: Der stark geforderte FKP-Abwehrchef Yannick Grieß (in Blau, Bildmitte), per Freistoß Schütze des 2:2, klärt hier vor dem Brasilianer Alex. Links mit der Nummer 29 Noah Stilb.

Der FK Pirmasens gewinnt in der Oberliga nach 0:2-Rückstand noch mit 5:2 beim SC Idar-Oberstein. Marc Ehrhart gelingt dabei ein Hattrick.

Erfolg und Misserfolg liegen manchmal ganz dicht beieinander. Zum Beispiel am Samstag in der Fußball-Oberligapartie des FK Pirmasens beim SC Idar-Oberstein. Es lief die 87. Minute einer spannenden Begegnung, die nach 0:2-Rückstand der Pirmasenser und 3:2-Führung des FKP gerade wieder eine Wendung zu nehmen schien. Der im Abstiegskampf steckende Sportclub bekam noch mal die zweite Luft, drückte auf den Ausgleich. David Bauer flankte von rechts ganz gefährlich vors Pirmasenser Tor. Irgendwie bekam „die Klub“ den Ball aus dem Strafraum und konterte. Oskar Prokopchuk zu Marc Ehrhart – 4:2 statt 3:3. Weil Ehrhart in der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Prokopchuk und Luca Eichhorn noch einmal traf, gewann der Titelkandidat aus der Pfalz letztlich gar mit 5:2.

„Wir hatten eine halbe Stunde lang richtig Probleme, waren in der Abwehr schlecht gestaffelt“, musste FKP-Trainer Daniel Paulus hinterher einräumen. Seine Mannschaft kassierte bis zur 19. Minute schon zwei Gegentreffer durch den zunächst kaum zu bremsenden Angreifer Temiloluwa Ajibola und Alessandro Marino. Nach der Umstellung auf ein 4-4-2 mit Mike Andreas als zweikampfstarkem Sechser lief es besser, wenngleich es hinten immer wieder mal brenzlig wurde. Das lag wohl auch an dem engen Kunstrasen-Nebenplatz, auf dem vor 350 Zuschauern gespielt wurde, nachdem der Rasen im Hans-Dieter-Krieger-Stadion tags zuvor aufgrund der vorausgegangenen Regentage für unbespielbar erklärt worden war. Paulus: „Auf so einem Platz kann es permanent Situationen in der Box geben. Hoffentlich spielen die auch gegen die TuS Koblenz auf dem Kunstrasen.“

Kakala arg enttäuscht

Eichhorn, nach der ersten halben Stunde im Pirmasenser Mittelfeld ungemein präsent, gelang mit seinem dritten Torschuss kurz vor der Pause das 1:2. Er holte dann auch den Freistoß raus, den Yannick Grieß zum 2:2 (50.) verwandelte. „Eine unverständliche Aktion von uns führt zum 1:2. Das 2:2 darf nicht fallen. Der Ball war im Torwarteck“, haderte der arg enttäuschte SCI-Trainer Tomasz Kakala nach der fünften Niederlage in Serie auch mit seinem Keeper Michel Schmitt. Nicht wenige mutmaßten, dass dies Idar-Obersteins letztes Spiel mit Kakala als Coach war und dass Marco Reich, Ex-Profi des 1. FC Kaiserslautern und seit Saisonbeginn sportlicher Leiter beim SCI, übernehmen könnte.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel: Während FKP-Trainer Daniel Paulus (rechts) sein Statement abgibt, ist Idar-Obersteins Coach
Die Pressekonferenz nach dem Spiel: Während FKP-Trainer Daniel Paulus (rechts) sein Statement abgibt, ist Idar-Obersteins Coach Tomasz Kakala (links) völlig bedient.

Zurück zum FKP, der fünf Spieler ersetzen musste: Nach dem 2:2 vergaben zunächst Ehrhart und Prokopchuk, ehe Ehrhart nach Zuspiel des später mit Verdacht auf Zerrung ausgewechselten Kevin Büchler dann doch zum 3:2 traf (65.). Nicht zuletzt läuferisch hatte Pirmasens nun ein deutliches Plus. Dicke Chancen zum 4:2 ließen abermals Ehrhart und Prokopchuk liegen.

„Meistens fitter“

„Wir sind meistens fitter als unsere Gegner, aber das Spiel hätte trotzdem in die andere Richtung gehen können“, sagte hinterher Dreifach-Torschütze Ehrhart. Es war für den flinken Stürmer der erste Oberliga-Hattrick der Karriere – „in der Jugend ist mir das öfters gelungen“.

Unter den Zuschauern war auch Thomas Riedl, Sohn eines Pirmasensers, einst deutscher Meister mit dem FCK, später auch Spieler beim FKP und Vater von SCI-Ersatzspieler Julie Riedl. Er sprach von einem „guten Oberligaspiel“. Idar habe „verdient geführt“, aber nach dem 2:2 habe man die Qualität des FKP gesehen.

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