Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF verschiebt 300 Stellen in Ludwigshafen

Blick auf das Stammwerk der BASF in Ludwigshafen, das mehr als 33.000 Mitarbeiter zählt.
Blick auf das Stammwerk der BASF in Ludwigshafen, das mehr als 33.000 Mitarbeiter zählt.

Der Chemiekonzern verlagert mehrere Hundert Beschäftigte in eine Tochtergesellschaft. Der Vorgang beleuchtet die Folgen der neuen Informationspolitik zur Beschäftigung.

Die BASF verlagert am Standort Ludwigshafen rund 300 Mitarbeiter in eine Tochtergesellschaft des Konzerns. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Es geht dabei um Mitarbeiter im Bereich Digitalisierung, die bei der Kerngesellschaft BASF SE am Standort Ludwigshafen in verschiedenen Bereichen beschäftigt sind. Sie sollen demnach spätestens zum 1. Juni 2026 zur Tochtergesellschaft BASF Digital Solutions GmbH mit Sitz in Ludwigshafen wechseln. Dieses Unternehmen zählt aktuell 1785 Mitarbeiter, davon 1630 in Ludwigshafen, und ist der IT-Dienstleister für den Konzern.

Der geplante Schritt soll laut BASF die Organisationsstruktur vereinfachen und den Mehraufwand „erheblich“ reduzieren. Die betroffenen Mitarbeiter seien bislang in unterschiedlichen Bereichen tätig. Diese in den vergangenen Jahren gewachsene Struktur bringe einen administrativen und organisatorischen Mehraufwand mit sich. Mitarbeiter, die den Wechsel nicht wollten, haben den Angaben zufolge die Möglichkeit, sich auf andere freiwerdende Stellen im Unternehmen zu bewerben.

Mit dem Übertritt der Mitarbeiter würden die Aktivitäten und die Expertise der Digitalisierungseinheit am Standort Ludwigshafen in der BASF Digital Solutions GmbH gebündelt. Die Umsetzung der geplanten Maßnahme erfolge in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung. Die betroffenen Mitarbeitenden seien in dieser Woche über den Übergang und die nächsten Schritte informiert worden. Ein Abbau von Personal sei damit nicht verbunden.

„Transparent“ und „klar“

Der Vorgang zeigt auch die Folgen der neuen Konzernkommunikation über die Beschäftigung am Standort Ludwigshafen. Die BASF hatte Anfang dieses Jahres eine jahrzehntelang gepflegte Informationspraxis über die Beschäftigung in Ludwigshafen beendet. Bis dahin wurden jeweils am Quartalsende detaillierte Angaben zum Personalstand im Stammwerk und am Standort Ludwigshafen gemacht. Informationen über den Personalstand gebe es nun „transparent“ nur noch einmal jährlich im Bericht der BASF SE.

Demnach zählte die BASF SE, die dem Stammwerk entspricht, Ende 2024 genau 33.370 Mitarbeitende. Das waren 843 Beschäftigte weniger als ein Jahr zuvor. Wie viele Mitarbeiter die BASF über ihr Stammwerk hinaus an ihrem Standort Ludwigshafen beschäftigt, teilt der Chemiekonzern nicht mehr mit. Die Anzahl der Beschäftigten am Standort ist wesentlich höher als im Stammwerk. Denn zum Standort gehören neben dem Stammwerk weitere BASF-Gruppengesellschaften wie etwa die BASF Digital Solutions GmbH mit ihren 1630 Beschäftigten. Als die BASF für Ende September 2024 zuletzt detaillierte Angaben vorlegte, kamen am Standort rund 4500 Beschäftigte zur Belegschaft im Stammwerk hinzu.

Eine Verschiebung von Mitarbeitern am Standort Ludwigshafen in andere Konzerngesellschaften, wie im Fall BASF Digital Solutions GmbH geplant, führt nun zu dem Effekt, dass die Mitarbeiterzahl der BASF SE sinkt. Diese Arbeitsplätze fallen allerdings nicht weg, sondern bleiben am Standort erhalten. Das ist aber anhand der veröffentlichten Zahlen der BASF SE allein nicht mehr nachvollziehbar. Die BASF hatte zu Jahresanfang mitgeteilt, ihre neue eingeschränkte Information zur Beschäftigung in Ludwigshafen sei „transparent“, „klar“ und steigere die Effizienz.

Der Chemiekonzern befindet sich derzeit außerdem, wie mehrfach berichtet, im größten Personalabbau seit Jahrzehnten an seinem Standort Ludwigshafen. Dabei könnten gegenüber 2023 bis Ende 2026 grob 5000 bis 6000 Stellen gestrichen werden. Die BASF will den geplanten Gesamtabbau bislang nicht beziffern. Eine Standortvereinbarung schließt bis Ende dieses Jahres betriebsbedingte Kündigungen aus. Eine Neuauflage der Vereinbarung wird derzeit verhandelt. Hilfreich bei dem geplanten Arbeitsplatzabbau dürfte sein, dass derzeit jährlich rund 1000 Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen in Ruhestand gehen. Das wird nach Angaben der BASF noch einige Jahre anhalten.

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