Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel Umstrittene BASF-Beteiligungen in Xinjiang verkauft

Der Chemiekonzern BASF hat sich von zwei Beteiligungen getrennt, die zuvor Kritik ausgelöst hatten.
Der Chemiekonzern BASF hat sich von zwei Beteiligungen getrennt, die zuvor Kritik ausgelöst hatten.

Der Chemiekonzern BASF hat sich von seinen Beteiligungen an zwei umstrittenen Gemeinschaftsunternehmen in der nordwestchinesischen Autonomen Region Xinjiang getrennt.

Der Konzern habe seine Anteile an den Joint-Venture-Unternehmen BASF Markor Chemical Manufacturing (Xinjiang) Co. Ltd. und Markor Meiou Chemical (Xinjiang) Co. Ltd. in Korla an Verde Chemical Singapore Pte. Ltd. verkauft, einem in Singapur registrierten Unternehmen, vermeldete die BASF gestern in einer knappen Mitteilung. Zu den finanziellen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden.

Anfang Februar 2024 hatten der „Spiegel“ und das ZDF schwere Vorwürfe gegen den BASF-Joint-Venture-Partner Xinjiang Markor Chemical Industry in Korla erhoben. Den Recherchen zufolge sollen Mitarbeiter des BASF-Partnerunternehmens beteiligt gewesen sein an der Unterdrückung turksprachiger Uiguren in Xinjiang.

„Schwerwiegende Vorwürfe“

Der deutsche Anthropologe Adrian Zenz, der seit Jahren zur Unterdrückung der Uiguren forscht, hatte damals dem ZDF gesagt: „Anhand der von Markor selbst veröffentlichten Berichte ist es offensichtlich, dass Markor-Mitarbeiter nicht nur an der staatlichen Sicherheit und Überwachung, sondern auch an Aktivitäten direkt teilgenommen haben, die der Masseninternierung der Minderheiten dienten.“

Die BASF hatte damals mitgeteilt, in den Joint-Ventures „keine Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen“ gefunden zu haben. Nur wenige Tage nach den Veröffentlichungen damals, teilte die BASF am 9. Februar 2024 weiter mit: Medienberichte über den Joint- Venture-Partner Markor im Zusammenhang mit der Unterdrückung turksprachiger Uiguren in der autonomen Region Xinjiang enthielten „schwerwiegende Vorwürfe, die auf Aktivitäten hinweisen, die nicht mit den Werten von BASF vereinbar sind. Daher wird BASF den laufenden Prozess zur Veräußerung ihrer Anteile an den beiden Joint Ventures in Korla beschleunigen“. Bereits Ende 2023 habe die BASF den Verkauf eingeleitet, hieß es damals. In den beiden Gemeinschaftsunternehmen sind nach früheren Angaben zusammen rund 120 Menschen beschäftigt.

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