Landau
Wohnungsbrand: Schulmitarbeiter verhindern Schlimmeres
Große Aufregung am Montagvormittag in der Waffenstraße: Gegen 10 Uhr schlagen plötzlich Flammen aus dem Fenster einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus direkt neben der Pestalozzischule. Kinder hätten in der Pause den Rauch aus dem gegenüberliegenden Gebäude entdeckt und einer Pausenaufsicht gemeldet, erklärt Christian Donie, stellvertretender Leiter der Grundschule. Die Aufsicht habe den Brand dann sofort der Feuerwehr gemeldet.
Die vom Feuer betroffene Wohnung ist eine städtische, wie Michael Götz, Leiter des Hauptamtes, vor Ort bestätigt. Bewohnt wird sie von zwei Brüdern, die zum Zeitpunkt des Brandes zu Hause sind. „Wir mussten eine Person retten und dem Rettungsdienst übergeben“, erklärt Michael Bumb, stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur. Der Bewohner sei ohnmächtig gewesen, habe das Bewusstsein aber wiedererlangt.
Kripo ermittelt wegen Brandursache
Dass dessen Bruder mit leichten Verletzungen davonkommt, ist auch Christian Donie und einem weiteren Schulmitarbeiter zu verdanken. Um die Bewohner des Mehrfamilienhauses zu informieren, seien sie zum betroffenen Gebäude gegangen und hätten an den Wohnungen geklingelt, um die Menschen zu evakuieren, sagt der stellvertretende Schulleiter. Vor Ort hätten sie auch einem gehbehinderten Mann beim Verlassen des Gebäudes geholfen. Dieser habe ihnen erklärt, dass sich sein Bruder noch in der brennenden Wohnung befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist diese allerdings laut Donie nicht mehr begehbar. In diesem Moment trifft jedoch die Feuerwehr eingetroffen und kann den Mann aus der Wohnung retten. Er und sein Bruder werden in ein Krankenhaus eingeliefert.
Die Feuerwehr ist laut Bumb mit zehn Fahrzeugen und 38 Kräften im Einsatz. Unter anderem vom Podest der Drehleiter aus bekämpfen die Einsatzkräfte den Brand. Die Brandursache ist noch unklar, wie ein Sprecher der Kriminalpolizei Landau berichtet. Die Ermittlungen laufen, ein Sachverständiger soll in den kommenden Tagen die Ruine begutachten.
Stadt bringt Bewohner des Hauses unter
Die Kinder in der benachbarten Grundschule bleiben weitgehend unbetroffen von dem Feuer. „Der Unterricht wurde mit geschlossenem Fenster fortgesetzt, und die Kinder verbrachten ihre Pausen in der Gymnastikhalle der Schule, statt auf dem Pausenhof“, erklärt Donie. Durch dieses Vorgehen habe die Schulleitung die Schüler vor dem entstandenen Rauch geschützt. „Es war quasi eine Regenpause für die Kinder“, sagt Donie. Die Eltern der Kinder seien umgehend informiert worden, um jeglichen Ängsten zuvorzukommen. Dennoch habe die Schule einige Anrufe besorgter Eltern bekommen.
Wesentlich mehr betroffen sind die Bewohner des Mehrparteienhauses. „In dem Gebäude leben insgesamt elf Personen in fünf Wohnungen“, teilt Stadtsprecherin Sandra Diehl mit. Im Erdgeschoss stehe eine Wohnung leer, die werde gerade renoviert. „Wir haben sieben Personen vorübergehend anderweitig untergebracht, der Rest ist privat untergekommen“, sagt Diehl. „Die Wohnungen unter der Brandwohnung sind voraussichtlich für längere Zeit unbewohnbar.“ Sie wurden vor allem vom Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Am Abend erklärt Bumb, dass die Bewohner der anderen Wohnungen am Dienstag wieder zurückkehren können.