Waldfischbach-Burgalben
Seniorenwohnen: Johanniter investieren auf dem Rosenberg
Der erste wichtige Schritt ist getan. Der Regionalverband Westpfalz der Johanniter hat das Gebäude des ehemaligen Seniorenheims auf Maria Rosenberg von der Diözese Speyer gekauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „Insgesamt kalkulieren wir mit Investitionen von sieben, acht Millionen Euro“, verdeutlicht Dominik Tretter, Regionalvorstand des Verbandes, der seinen Sitz in Pirmasens hat, die Dimension des Vorhabens. „Wir werden das Gebäude nicht mehr als klassische stationäre Pflegeeinrichtung nutzen, sondern ein moderneres Konzept umsetzen“, skizziert Tretter die derzeit laufenden Planungen. Genutzt werden alle fünf Etagen inklusive des zuvor ungenutzten Dachgeschosses.
Zur abgestuften Versorgung verschiedener Alters- und Bedarfsgruppen – es wird ein Platz zum Leben für bis zu 100 Menschen geschaffen – sind fünf Hauptbausteine vorgesehen. Baustein eins sind sechs bis zehn barrierefreie Wohnungen für Seniorenwohnen, also für noch selbstständige Menschen, die, wenn sie möchten, weitere im Haus entstehende Angebote nutzen können. Wer etwas mehr Pflege- und Betreuungsbedarf hat, für den wird es betreutes Wohnens geben. Hier werden 50 Appartements unterschiedlicher Größe zur Verfügung stehen. Dazu sind zwei Pflege-Wohngemeinschaften geplant und 15 Plätze im Bereich Tagespflege, die auch extern zur Verfügung stehen. Ebenso entsteht ein Angebot der ambulanten Pflege, um die Versorgung der Menschen, die sich für das betreute Wohnen entscheiden, sicherzustellen. Das ambulante Pflegeangebot steht jedermann offen.
40 bis 50 Arbeitsplätze
Darüber hinaus gibt es die Planung, Wohnungen zur regulären Vermietung anzubieten, eventuell auch für Mitarbeiter, um verschiedene Generationen im Haus zu haben. Zudem laufen Gespräche über ein Betreuungsangebot für Kinder mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen, das im Rahmen der Wiedereingliederungshilfe realisiert werden könnte.
Aufgrund der aktuellen Planungen geht Tretter davon aus, dass 40 bis 50 Arbeitsplätze entstehen werden. Man werde bei diesen den bereits bei den Johannitern eingeschlagenen Weg der sehr flexible Arbeitsplatzmodelle fortsetzen, um zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten zu können. Man wolle das Haus auch stark nach außen öffnen und Angebote wie ein Seniorencafé für alle schaffen.
Eröffnung im Sommer 2024
Wenn alles gut läuft, sollen im Frühjahr/Sommer die Umbauarbeiten beginnen, im Sommer 2024 soll der Betrieb aufgenommen werden. Interessenten können sich ab sofort bei den Johannitern melden und sich über die verschiedenen Angebote informieren.
„Wir möchten hier für verschiedene Zielgruppen spezifische Angebote unterbreiten“, sagt Tretter, der das Konzept gemeinsam mit Bettina Wegmann, die sich beim Regionalverband um die Ambulanten Dienste kümmert, und Anika Matheis, die für den Bereich Kinder- und Jugendhilfe zuständig ist, vorstellte. Es sind Angebote, die in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben fehlen, für die es aber einen enorm hohen Bedarf und eine hohe Nachfrage gibt. 2020 hatte die Caritas das 2012 übernommen Seniorenwohnheim Maria Rosenberg geschlossen. 1993/94 war das Seniorenheim gebaut worden und in Betrieb gegangen, zunächst als eigene Einrichtung von Maria Rosenberg.
15.000 Quadratmeter Gelände
Seit 2020 gab es kein Seniorenwohnangebot mehr in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Pläne des Pirmasenser Investors Manfred Schenk, im Ortszentrum von Waldfischbach-Burgalben ein Seniorenwohnheim zu bauen und mit betreutem Wohnen zu kombinieren, sind – mindestens – auf Eis gelegt. Zum Jahresende schloss die einzig vorhandene Tagespflege im Ort.
Das Haus, die Lage in der Natur, seien ideal, sagt Tretter über die Immobilie auf Maria Rosenberg. Auch der Zustand des Hauses – man habe sich die technische Seite genau angeschaut – sei gut und sehr gut geeignet für das geplante Projekt. 15.000 Quadratmeter Gelände übernahmen die Johanniter. Das Gebäude bietet 8000 Quadratmeter Nutzfläche.
Gespräche laufen seit 2021
Nach dem Aus für das Caritas-Seniorenwohnheim im August 2020 hatte die Diözese Speyer das Gebäude übernommen. Seit Sommer 2021, sagte Tretter, sind die Johanniter mit der Diözese im Gespräch über die Immobilie und deren weitere Nutzung.
Die Johanniter sind eine evangelische Hilfsorganisation. Seit 40 Jahren gibt es den Regionalverband Westpfalz, der seinen Sitz in Pirmasens hat, aber auch im Landkreis Südwestpfalz und der Stadt Zweibrücken verschiedene Angebote unterhält. Seit vergangenem Jahr gibt es im Jugendhilfebereich auch ein Angebot in Kaiserslautern. 250 Mitarbeiter beschäftigt der Regionalverband, der der Johanniter-Unfall-Hilfe angeschlossen ist. Diese ging 1952 aus dem 1099 gegründeten Johanniter-Orden hervor.
Froh über sinnvolle Nutzung der Immobilie
Diese lange Tradition hob auch Volker Sehy, der Direktor von Maria Rosenberg hervor. Er freue sich sehr, dass diese Angebote auf Maria Rosenberg wieder zum Tragen kommen, und begrüße ausdrücklich, dass dies auf ökumenische Weise geschehe. „Maria Rosenberg soll ein Ort sein für alle Konfessionen, ein Segensort für alle“, unterstrich Sehy. Was jetzt realisiert werde, sei keine Selbstverständlichkeit. „Eine gute Tradition wird fortgesetzt mit neuen Elementen“, betonte Sehy. Das Angebot passe perfekt zu Maria Rosenberg. Er sei froh, dass die wertvolle Immobilie wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt werde und empfinde „Freude und Erleichterung“.
Zwischen Maria Rosenberg und den Johannitern gibt es schon länger Verbindungen. Unter anderem nutzten die Johanniter die Räumlichkeiten für Tagungen und Schulungen. Während der Corona-Zeit übernahmen die Johanniter bei Veranstaltungen auf Maria Rosenberg die Corona-Testungen, die geraume Zeit Voraussetzung waren, um an Veranstaltungen teilnehmen zu können.
Info und Kontakt
Wer sich für die kommenden Angebote auf Maria Rosenberg interessiert, kann sich bereits jetzt mit dem Regionalverband der Johanniter in Verbindung setzen, um weitere Informationen zu bekommen: Johanniter-Unfall-Hilfe Regionalverband Westpfalz, Kaiserstraße 53, 66955 Pirmasens, Telefon 06331 2118-0.