Bad Bergzabern
Tote Fische? Belüftungsaktion für Schwanenweiher
„Ich habe keine toten Fische gesehen“, macht Dirk Nerding, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, im Gespräch mit der RHEINPFALZ gleich deutlich. Auf jeden Fall aber drohe der Schwanenweiher im Kurpark umzukippen. Das würde bedeuten, die Fische bekämen zu wenig Sauerstoff und sterben. Dazu kommt die derzeit starke Hitze. Der Meinung, dass der Weiher gefährdet ist, sei auch ein Feuerwehrkollege, der sich als Fischer mit dem Thema auskenne, sagt Nerding. Deswegen habe er schnell gehandelt und eine Belüftungsaktion organisiert.
„Das ist nicht die originäre Aufgabe der Feuerwehr“, stellt der Wehrleiter der Feuerwehren der Verbandsgemeinde klar. Aber er sehe es als Schritt, um die Fische im Bad Bergzaberner Schwanenweiher zu retten. Und die Feuerwehr habe die Mittel dazu. Abgesprochen habe er das Vorgehen mit dem ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Martin Engelhard, der für die Feuerwehren zuständig ist. Seit Montag läuft die Aktion, bei der jeden Tag zwei bis drei Stunden ein Wasserstrahl in den Weiher gepumpt wird. „Das ist wie ein Springbrunnen, durch das Aufplätschern des Wassers auf die Oberfläche des Weihers gelangt Luft ins Wasser“, erklärt Nerding.
Schon Kois im Weiher gesichtet
An der konzertierten Aktion beteiligen sich vier Wehren der Verbandsgemeinde. Und die Werksfeuerwehr des Pfalzklinikums, die am Dienstag im Einsatz war. Insgesamt dreimal im Einsatz werden die Böllenborner sein, zweimal die Dörrenbacher. Niederotterbach und Birkenhördt beteiligen sich ebenfalls an der Aktion. Der Einsatz soll bis Mittwoch kommender Woche täglich fortgeführt werden. „Es ist eine extrem heiße Woche, der Erlenbach schwächelt, es ist klar, dass der Schwanenweiher Sauerstoff braucht“, fasst Beigeordneter Martin Engelhard zusammen. Mit seinem Vorschlag, das Gewässer täglich zu belüften, habe Dirk Nerding bei ihm offene Türen eingerannt. „Jetzt hoffen wir, dass die Maßnahme fruchtet“, so Engelhard.
„Ich bin sehr froh über den Einsatz der Feuerwehren“, sagt Stadtbürgermeister Hermann Augspurger zu der Aktion. Zuständig für den Schwanenweiher ist die Stadt Bad Bergzabern. Umgekippt sei der Schwanenweiher noch nicht, aber die Durchflussmenge des Erlenbachs sei derzeit zu gering, schätzt auch er die Lage ein. Und es gebe viele Fische im Weiher. Er hat den Eindruck, der Weiher werde auch als Entsorgungsgewässer für Fische benutzt, die man nicht mehr im Gartenteich haben wolle. „Es wurden zum Beispiel schon zwei riesige Kois gesichtet“, berichtet er.