Landau
Kaufland eröffnet in Landau
Wer in den letzten Tagen des alten Real-Marktes noch einkaufen war, wird sich wundern, wie sehr sich die Verkaufsfläche in so kurzer Zeit verändert hat. „Wir haben am Samstag um 16 Uhr geschlossen und heute, am Mittwoch, um 7 Uhr wieder eröffnet“, sagt die alte und neue Marktleiterin Heike Hohlfeld. Dazwischen wurde Tag und Nacht durchgearbeitet.
Die Ergebnisse sind gleich unübersehbar. Neue Kassen, neue Infotheke. Obst und Gemüse gibt es nun direkt nach dem Eingang. Dahinter kommt dann eine Mischung aus neu, alt und „kommt bald“. Den neuen Markt innerhalb von drei Tagen aus dem Boden zu stampfen, das war verständlicherweise nicht zu machen. Es gibt deshalb noch hier und da durch Trennwände abgesonderte Bereiche, hinter denen die Arbeit weitergeht.
Statt Chips Haarshampoo
Hohlfeld führt die RHEINPFALZ einmal quer durch den Markt, erklärt, was neu ist und was noch kommen wird. „Die rechte Seite wird komplett mit Non-Food-Artikeln bestückt.“ Früher standen hier nach den Elektroartikeln Chips und Süßigkeiten, weiter hinten Obst und Gemüse. „Hier werden künftig Schreibwaren, Elektronik, CD's und ein Fotoshop hinkommen, genauso wie Drogerieartikel, Kosmetik und so weiter.“ Einiges ist bereits dort, der Rest wird nach und nach hinzugefügt.
„Eigentlich ist Kaufland ja auf Lebensmittel spezialisiert. Aber da die Kunden dieses Non-Food-Sortiment vom Real gewohnt sind, haben wir uns entschieden, diese Waren auch weiterhin anzubieten“, so Hohlfeld. In der Mitte des Marktes ist nun der Platz für Aktions- und Saisonartikel. Hinten rechts ist weiterhin die Marktbäckerei zu finden, deren Sortiment sich aber deutlich vergrößert hat, erklärt Hohlfeld. Links von der Bäckerei stehen nach wie vor die Kühlregale für die Fischwaren. Gute Nachrichten für Fischfreunde: Die Regale werden in den kommenden Wochen Platz für eine Frischetheke machen.
Neue Kühlung im Juli
Überhaupt ist im hinteren Bereich, wo die Tiefkühlpizzen, Eis, Wurst und Milchprodukte stehen, vieles beim Alten geblieben – noch. Die neuen Kühlmöbel kommen im Juli, dann wird umgestellt, sagt Hohlfeld. Das Sortiment ist heute schon teilweise anders. Die Marktleiterin betont, das es nun viel mehr regionale Produkte gibt, zum Beispiel Wurstwaren aus Billigheim und mehr Weinsorten aus der Umgebung.
Die linke Seite des Marktes wird sich noch stark verändern. Mit den neuen Kühlmöbeln soll sich das Sortiment an Milchprodukten deutlich vergrößern. Die Kühlregale werden dann ein gutes Stück weiter in den Markt hinein reichen. Die Weinabteilung wird einige Meter nach vorne verschoben, um dafür Platz zu schaffen.
Schnäppchenmarkt
Und dann soll ja auch noch der Getränkemarkt, der aktuell noch in einem gesonderten Gebäude zu finden ist, in den Markt hineinverlegt werden. Dafür wird das Drogeriesortiment, das gerade noch wie früher auf der linken Seite steht, nach rechts umziehen. Außerdem gibt es derzeit noch eine Schnäppchenabteilung, in der der Altbestand des Real-Marktes unter die Leute gebracht wird. Auch dieser Platz wird in Zukunft dem Getränkemarkt gehören.
Kaufland hat alle 102 Mitarbeiter übernommen. Sie bekommen „Paten“ zur Seite gestellt, erfahrene Kaufland-Mitarbeiter, die ihre neuen Kollegen in der Übergangszeit begleiten sollen. Auch Heike Hohlfeld hat einen. Die vielen eingemieteten Geschäfte wie der Feinkostladen, der Bäcker oder der Friseur bleiben alle, sollen aber teilweise optisch aufgebessert werden.
Auch Globus interessiert
Es war lange nicht klar gewesen, was aus dem Real-Markt wird. Auch Globus war als Nachfolger gehandelt worden. Sehr viel früher war bekannt, dass Kaufland den Germersheimer Real-Markt übernimmt. Das Unternehmen war auch am Standort Landau interessiert. Das Bundeskartellamt hat Kaufland die Übernahme von bis zu 92 Real-Märkten erlaubt, Globus bis zu 24. Auch Edeka hatte die Hand gehoben. Doch Ende November 2021 ließ Real die Katze aus dem Sack: Kaufland hatte das Rennen gemacht. Der Händler gehört wie Europas größter Lebensmitteldiscounter Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm. Für die Mitarbeiter war der Handel insofern sehr spannend, als Kaufland nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in Ludwigshafen tarifgebunden bezahlt, Globus nicht.