Wirtschaft Zur Person: Im zweiten Anlauf auf Platz eins

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Als der BASF-Aufsichtsrat vor acht Jahren – damals unter dem Vorsitz von Eggert Voscherau – bekanntgab, dass Kurt Bock im Mai 2011 Vorstandsvorsitzender werden solle, hat Martin Brudermüller das Rennen ganz knapp verloren. Am Freitag mit Ablauf der Hauptversammlung rückt Brudermüller auf Platz eins vor.

Beide hatten damals das Format für den Chefposten. Beide waren im richtigen Alter: Bock war 51, Brudermüller 49 Jahre alt. Doch der Jüngere sei damals dem seinerzeitigen Aufsichtsrats-Chef zu heißspornig gewesen, war zu hören. Brudermüller wurde zum Stellvertreter von Bock ernannt, bekam Zeit zu reifen.Vom Wesen her ist Brudermüller das Gegenteil von Bock. Der künftige BASF-Chef wird von den Mitarbeitern als mitreißend, herzlich, freundlich, dynamisch und laut wahrgenommen. „Man hört es, wenn er kommt“, heißt es. Wenn der nach außen gekehrte Gute-Laune-Mann im Unternehmen unterwegs ist, grüßt er die Mitarbeiter und lässt sich gelegentlich auf einen Plausch ein. Mit ihm könne man nach Feierabend auch mal ein Bier trinken gehen, ist aus seinem Umfeld zu hören.

Stabil durch stürmische Zeiten

Dagegen wird Kurt Bock – verheiratet, drei erwachsene Kinder – von vielen, die ihn nicht näher kennen, als in sich gekehrt und teilweise auch mürrisch erlebt. Er steht im Ruf, Mitarbeiter eher nicht zu grüßen. Wenn er in Gedanken ist, nimmt er sie nicht wahr. Aber er hat den Chemiekonzern stabil durch stürmische Zeiten mit großen Veränderungen in der Branche gelenkt. Und die Mitarbeiter werden mit einer Rekordprämie am wirtschaftlichen Erfolg der BASF beteiligt. Brudermüller ist sportlich, schwimmt gerne und besitzt handwerkliches Geschick. So hat er zum Beispiel Spaß am Schreinern und Fließenlegen – wenn es die Zeit erlaubt. Brudermüller wohnt in Mannheim, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder – Zwillinge. 

Zur BASF 1988

Der künftige BASF-Chef wurde 1961 in Stuttgart geboren. Von 1980 an studierte er Chemie an der Universität Karlsruhe und erhielt dort 1985 sein Diplom. Nach der Promotion, die er 1987 in Karlsruhe abschloss, absolvierte er einen Postdoc-Aufenthalt an der University of California, Berkeley, USA. Zur BASF kam er 1988. Er startete seine Karriere im Ammoniaklabor in Ludwigshafen.

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