Verbraucher-Tipp RHEINPFALZ Plus Artikel Wie man Corona-Abfälle richtig entsorgt

Achtlos weggeworfene Masken gefährden die Natur.
Achtlos weggeworfene Masken gefährden die Natur.

Nach zwei Pandemie-Jahren hat sich viel Routine eingestellt im Umgang mit Schnelltests sowie FFP2- und OP-Masken. Aber Achtung: Bei der Entsorgung gebrauchter Corona-Utensilien und anderer Abfälle ist weiterhin Vorsicht angebracht.

Die Pandemie hat vieles durcheinandergewirbelt – auch in Sachen Mülltrennung. Bund und Länder haben sich unter Beteiligung des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Umweltbundesamtes auf eine Empfehlung für die Entsorgung gebrauchter Schnelltests geeinigt. Die Empfehlung vom März 2021 ist nach wie vor gültig, wie das Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das rheinland-pfälzische Umweltministerium auf Anfrage mitteilten.

Wohin mit Covid-19-Schnelltests?
Laut der Empfehlung sollen die gebrauchten Schnelltest-Kits mit dem Restmüll entsorgt werden, und zwar „in einem stabilen, fest verschlossenen Müllbeutel“. Die Vorsichtsmaßnahme wird neben Testzentren auch privaten Haushalten sowie Schulen und Firmen empfohlen. In den Kits finde keine Vermehrung von Viren statt, so dass strengere Maßnahmen nicht für nötig gehalten werden.

Was ist mit Plastik und Packung?
Auch wenn Test-Kits teilweise aus Kunststoff bestehen, sollten sie nicht im Gelben Sack entsorgt werden. „Dies gilt unabhängig vom Ergebnis des Schnelltests“, betont die Initiative „Mülltrennung wirkt“ der dualen Abfallsysteme, die für die Abfuhr von Kunststoff- und anderen Verpackungsabfällen zuständig sind. Zum einen gehörten nur Verpackungen in Gelbe Säcke, zum anderen würden gebrauchte Tests mit dem Restmüll hygienisch sicher entsorgt, lautet die Begründung.

Die Verpackung eines Kits könne hingegen getrennt vom Restmüll entsorgt werden – „sofern sie nicht mit dem Probenmaterial in Berührung gekommen ist“, so die Initiative. Das bedeutet: Kartonverpackungen gehören in die Blaue Tonne, Plastikverpackungen in den Gelben Sack, wie das Umweltbundesamt bestätigt.

Wohin mit gebrauchten Masken?
FFP2- und medizinische Masken sind mit dem Restmüll zu entsorgen. „Im Restmüll werden auch kontaminierte Masken am Ende durch Verbrennung sicher entsorgt“, erläutert das für die Abfallwirtschaft zuständige Bundesumweltministerium. Es bemängelt, dass zu viele der Masken achtlos weggeworfen würden – und sie die Natur gefährden. „Nicht nur, weil sich Tiere in den Bändern verheddern können, sondern auch, weil das aus Polyester und Polypropylen hergestellte Material viele Jahre braucht, bis es sich voll ständig zersetzt“.

Wegen ihrer Zusammensetzung stellen die Masken auch keinen Bioabfall dar, der über die Biotonne entsorgt werden könnte, so das rheinland-pfälzische Umweltministerium. „In der Bioabfallsammlung stellen sie einen Fremdstoff dar, der aussortiert werden muss“, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Was ist bei Corona im Haushalt?
Wie Haushalte, in denen Covid-19-infizierte Personen oder Corona-Verdachtsfälle leben, alle anderen Abfälle neben Masken und Schnelltests entsorgen sollen, regelt die Bund-Länder-Empfehlung nicht. Laut RKI sollten Abfälle, die „von Erkrankten“ erzeugt wurden – wie beispielsweise Taschentücher – in einem verschließbaren Behälter im Krankenzimmer aufbewahrt und dann in einem „verschnürten Müllsack“ im Restmüll entsorgt werden.

Das Umweltministerium in Mainz schließt sich der RKI-Empfehlung an und ergänzt aus seiner Sicht: „Für alle anderen Abfälle gilt das Gebot der Mülltrennung.“ Das RKI möchte sich allerdings nicht festlegen, was mit Abfall aus Haushalten geschehen sollte, in denen Corona-Verdachtsfälle – ohne Nachweis einer Infektion – in Quarantäne leben, so eine RKI-Sprecherin auf Anfrage.

Das Bundesumweltministerium rät zur Vorsicht und empfiehlt, Verpackungsabfälle, Altpapier und Biomüll nicht wie üblich getrennt, sondern über die Restmülltonne zu entsorgen – und zwar bereits bei einem begründeten Verdacht auf eine Infektion. Diese Abfälle sollten dann „in stabile, möglichst reißfeste Abfallsäcke“ gegeben werden.

Für die Säcke wird empfohlen, sie zu verknoten oder zuzubinden und sie möglichst sicher zu verstauen, „so dass vermieden werden kann, dass zum Beispiel Tiere Müllsäcke aufreißen und mit Abfall in Kontakt kommen oder dadurch Abfall verteilt wird“.

Glasabfälle und Pfandverpackungen, Elektro- und Elektronikschrott sowie Schadstoffe gehören dem Ministerium zufolge aber auch bei einer Corona-Infektion nicht in den Restmüll. Sie sollten aufgehoben und nach der Gesundung wie gewohnt getrennt entsorgt werden.

Weshalb so streng?
Das Bundesministerium verweist darauf, dass das RKI die Möglichkeit einer sogenannten Schmierinfektion – Übertragung des Krankheitserregers über den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen – nicht ausschließe. Bei den Maßnahmen gehe es um den Schutz von Hausmeistern, Nachbarn in Mehrparteienhäusern sowie Beschäftigen in der Abfallentsorgung.

Der Sprecher machte aber darauf aufmerksam, dass es „keine rechtliche Regelung“ dafür gebe. Das Ministerium appelliere jedoch an alle Bürgerinnen und Bürger, „sich pandemiegerecht zu verhalten“ und daher die Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Örtlich können auch die Kommunen Vorgaben für den Corona-Abfall treffen. Eine vergleichsweise strenge Regelung hat beispielsweise Kaiserslautern: „Die Entsorgung aller im privaten Haushalt anfallenden Abfälle, die eventuell mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) kontaminiert sein könnten, erfolgt ausschließlich über den Restabfall (schwarze Tonne)“, so eine Infoschrift vom März 2020, die laut Pressestelle der Stadt noch gültig ist. Um Mitnutzer derselben Restmülltonne und Müllwerker nicht zu gefährden, dürfen die Abfälle nicht lose in die Tonne gegeben werden, heißt es weiter.

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