Reisemobile RHEINPFALZ Plus Artikel Weinsberg auf dem Mercedes-Trip

Die Marke Weinsberg, hier der Cara Compact, gehört zur Knaus Tabbert AG mit Sitz in Jandelsbrunn in Niederbayern.
Die Marke Weinsberg, hier der Cara Compact, gehört zur Knaus Tabbert AG mit Sitz in Jandelsbrunn in Niederbayern.

Es werden immer mehr. Wohnmobile mit einem Stern am Kühlergrill sind beileibe keine Billigprodukte, aber dennoch wird die Schar der Caravaning-Hersteller, die als Alternative zum omnipräsenten Fiat Ducato ihre Reisemobile auf Mercedes-Basis aufbauen, von Jahr zu Jahr größer. Dem Sprinter sei Dank.

Gerade feierte zum Start der neuen Saison mit dem Weinsberg Cara Compact ein weiteres neues Fahrzeug, das von dem Stuttgarter Transporter angetrieben werden, Premiere. Wegen der Corona-bedingt abgesagten CMT zwar nicht mit entsprechendem Messe-Brimborium, aber auch ohne Showeffekte soll der Teilintegrierte pünktlich zum Frühjahr an die ersten Kunden ausgeliefert werden.

Das Weinsberg-Modell überrascht dabei gleich aus mehreren Gründen. Einmal, weil mit der Knaus-Tabbert-Gruppe, zu der die Marke gehört, ein weiterer Big Player nach dem Stern greift. Dann, weil nicht etwa die Kernmarke Knaus, sondern mit Weinsberg eine günstig eingepreiste Einsteigermarke eine eher ungewöhnliche Symbiose mit dem Premium-Transporter eingeht. Und weil, was besonders die Kundschaft freuen wird, der Cara Compact 640 MEG MB als Sondermodell Pepper ab 72.999 Euro zwar nichts für klamme Bankkonten ist, aber mit einer umfangreichen Ausstattung, die von den Verdunklungsrollos fürs Fahrerhaus über Rückfahrkamera, Navi, Insektenschutztür und vieles mehr bis hin zu Markise sowie SAT-Anlage mit Flachbild-TV alles beinhaltet, dann doch irgendwie als Schnäppchen anzusehen ist.

Hoher Preisvorteil

Der Preisvorteil bei diesem Editionsmodell beträgt tatsächlich über 20.000 Euro. Da dürften es die meisten Kunden gern in Kauf nehmen, dass der Wohnbereich des Weinsberg-Teilintegrierten mit längs angeordneten Einzelbetten im Heck eher den Mainstream bedient und trotz solidem Möbelbau in Holzoptik zu einem hochwertigen Premium-Ambiente gewiss noch ein gutes Stück fehlt. Serienmäßig ist der Sprinter mit Frontantrieb und einem 150 PS starkem Dieselmotor ausgerüstet. Optional zum 6-Gang-Schaltgetriebe ist die 9G-Tronic-Automatik (Aufpreis 2990 Euro) zu haben. Die nur mit 9G-Tronic kombinierte 170-PS-Alternative kostet 3990 Euro extra. Ansonsten ist lediglich noch ein Hot-Pepper-Paket mit Abstands-Tempomat, Verkehrszeichenassistent, elektrischer Parkbremse und dem Multimediasystem MBUX für 3290 Euro (Ersparnis 605 Euro) wählbar. Die Suite-Variante des 6,91 Meter langen Peppers mit Hubbett für zwei weitere Passagiere ist exakt 2000 Euro teurer.

Pandemie wirkt sich aus

Dass die Knaus-Tabbert-Gruppe erstmals den Mercedes als Basisfahrzeug in ihre Modellpalette einbaut, dürfte durch die Corona-Pandemie zumindest begünstigt worden sein. Wie andere Marken hat natürlich auch der Caravaning-Hersteller aus Jandelsbrunn unter den aktuellen Lieferkettenproblemen, dem Halbleitermangel und der Rohstoff-Verknappung zu leiden. Besonders weil die Lieferung des stark nachgefragten Fiat Ducatos massiv ins Stocken geraten ist, waren die Bajuwaren froh, mit Mercedes über Sprinter-Lieferungen handelseinig geworden zu sein. Dies funktioniert in diesen Zeiten aber vermutlich nicht, ohne eine erkleckliche Anzahl an Chassis abzunehmen. Und da verspricht die Weinsberg-Edition Pepper bei dem aktuellen Auslieferungsstau in der Reisemobil-Branche ein sicherer Garant für ordentliche Stückzahlen zu sein. Schließlich hatte sich die Sonderserie des Cara Compacts schon auf Peugeot- oder Fiat-Basis zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt.

Auch Eura Mobil ist dabei

Das Weinsberg-Wohnmobil mit Stern ist aber nur ein Beispiel für den anhaltenden Eroberungsfeldzug des Sprinters. Ebenfalls zum Frühjahr geht der von den Abmessungen und der Wohnraumaufteilung ganz ähnlich angelegte Teilintegrierte Eura Mobil T676 und 696 EB an den Start. Mit ihm nimmt der Hersteller aus dem rheinland-pfälzischen Sprendlingen, der zur französischen Trigano-Gruppe (Europas Nummer 1) gehört, allerdings einen Kundenkreis ins Visier, der sich an der Luxusklasse orientiert.

Deutlich teurer

Hochwertige Materialien wie die Küchenarbeitsplatte aus Mineralstoff, schicke Polster, ein edleres Ambiente und die komfortablere Alde-Warmwasserheizung machen dies deutlich. Entsprechend höher liegt die Preislatte und beginnt erst bei rund 80.000 Euro. Zahlreiche Ausstattungsdetails, die beim Pepper von Haus aus mit an Bord sind, müssen hier allerdings noch extra bezahlt werden. Und das geht in die Tausende.

Mit ihren zahlreichen elektronischen Assistenten, dem hoch gelobten Multimediasystem MBUX, dem erstmals verfügbaren Frontantrieb und einer reinen Triebkopf-Variante speziell für vollintegrierte Fahrzeuge eröffnete die dritte Generation des Sprinters, die 2018 debütierte, zusätzliche Absatzpotenziale auf dem Reisemobil-Markt.

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Blick in den Innenraum des Sondermodells Pepper.
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