Wirtschaft Vorsicht bei Reise-Apps
Unzählige Handy-Apps erleichtern Urlaubern die Reiseplanung und die Orientierung vor Ort. Aber Vorsicht: Die kleinen Programme können auch Risiken in sich bergen. Experten raten, bei der Auswahl und beim täglichen Gebrauch von Reise-Apps bestimmte Sicherheitsregeln einzuhalten.
Es gibt fast nichts, wofür es keine Urlauber-App gibt. Das Verbraucherportal Teltarif.de hat eine aktuelle Übersicht empfohlener Anwendungen erstellt (www.teltarif.de/kostenlose-apps-reise). Das Problem ist: „Apps können dann zu einem Sicherheitsrisiko werden, wenn sie zu viele Berechtigungen haben, um auf Systemressourcen und persönliche Daten zuzugreifen“, sagt Lucas Johns vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Auch in Urlaubslaune sollte jeder Nutzer deshalb wachsam sein. Laut BSI können installierte Anwendungen beispielsweise Zugriff auf die gespeicherten Kontakte, die Kamera oder das Mikrofon erhalten – obwohl das für die eigentliche Nutzung gar nicht nötig ist. „So kann die App auch als Wanze funktionieren“, warnt BSI-Experte Johns.
Experten warnen vor alternative App-Stores
Wichtig ist die Herkunft des Programms. Bei „gut überwachten App-Stores mit definierten Prüfkriterien“ spricht das BSI von einer „eher geringen“ Gefahr. Namentlich genannt werden der iTunes-Store für iOS/Apple und der Google-Play-Store für Android. „Bei Apps aus unsicheren Quellen ist das Risiko deutlich größer“, so das BSI. Das Teltarif-Portal rät von alternativen App-Stores ebenfalls grundsätzlich ab. „Gerade der durchschnittliche Smartphone-Anwender hat kaum die Möglichkeit, die Unbedenklichkeit heruntergeladener Apps zuverlässig zu prüfen“, sagt Teltarif-Experte Henning Gajek. Alle wesentlichen Urlauber-Apps seien aber in den Stores von iTunes und Google-Play enthalten. In ihrer aktuellen Übersicht stellt das Verbraucherportal 14 Gratis-Apps vor. Die Anwendungen liefern Infos etwa über Flüge, Mietwagen, Ausflugsmöglichkeiten und das Wetter. Tipps zum Kofferpacken, Reiseführer-Inhalte und offline nutzbares Kartenmaterial gibt es ebenfalls als App. Weitere Angebote betreffen die Suche nach einem Wohnmobil-Stellplatz, die Währungs-Umrechnung samt Trinkgeld-Zuschlag oder die Übersetzung fremder Sprachen und ausländischer Dialekte.
Nicht mehr benötigte Apps löschen
Mit Vorsicht bei der erstmaligen App-Auswahl ist es jedoch nicht getan. Laut BSI kann eine Anwendung auch dann zu einem Sicherheitsrisiko werden, wenn sie nicht regelmäßig aktualisiert und ausreichend geschützt wird. Daher raten die Fachleute, Updates sowohl für das Betriebssystem als auch für alle Apps umgehend zu installieren. Anschließend sollte der Reisende prüfen, ob die App nun möglicherweise neue Zugriffsberechtigungen einfordert. Wird ein Programm nach dem Urlaub nicht mehr benötigt, empfiehlt das Bundesamt das Löschen. Apropos Löschen: Bei Apps aus alternativen Stores müsse damit gerechnet werden, dass sie verändert wurden – etwa mit Zusatzsoftware, die unerwünschte Werbung aufs Handy bringt, warnt Teltarif.de. „Hat man sich solche unerwünschte Software eingefangen, wird es für den Anwender schwierig bis unmöglich, sie wieder loszuwerden. Selbst ein komplettes Zurücksetzen könnte in extremen Fällen nicht ausreichen“, erläutert Teltarif-Experte Gajek.