Wirtschaft Von Sommerpause keine Spur

An der Börse gibt es Gewinner und Verlierer. Wer auf welcher Seite steht, ist aber inzwischen immer schwerer vorherzusagen. Apple hat zum Beispiel vergangene Woche die magische Marke von einer Billion Dollar an Börsenwert geknackt – als erster Börsenwert überhaupt. Es folgen Google, Microsoft – und irgendwann kommen auch die Unternehmen, die seit Jahrzehnten bekannt sind. Der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler etwa kommt nur auf einen Marktwert von gut 63 Milliarden Euro. Woran also soll man sich als Anleger orientieren? Die Orientierung ist aber auch auf anderen Gebieten derzeit eines der größten Probleme, das die Anleger beschäftigt, die nicht im Urlaub sind. Wie geht es weiter im Handelskonflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Rest der Welt? Nach der möglichen Verständigung mit der Europäischen Union (EU) hat sich der US-Präsident nun wieder China vorgenommen – und die Chinesen schlagen zurück. „Wir halten im gegenwärtigen Umfeld an einer vorsichtigen Anlagestrategie mit neutraler Aktienpositionierung fest“, verrät zum Beispiel die Privatbank Merck Finck. Die Commerzbank sieht inzwischen sogar ein Risiko, dass die weltpolitischen Entwicklungen zusammen mit der langsam, aber sicher auslaufenden geldpolitischen Unterstützung der offenen Schleusen eine erhöhte Anfälligkeit der Finanzmärkte bedeuten könnte. Wem das zu komplex ist, der sollte in den nächsten Tagen auf die Unternehmenszahlen schauen, die veröffentlicht werden. „Die aktuelle Berichtssaison der Unternehmen und der immer wieder aufkeimende Handelskonflikt bietet genug Potenzial für einen spannenden August“, meint die Weberbank. Fast ein Drittel der Dax-Unternehmen legt in der neuen Woche Geschäftszahlen vor. Am heutigen Montag beginnt auf europäischer Ebene die HSBC Bank, am morgigen Dienstag folgen die Dax-Konzerne Commerzbank, Deutsche Post und der Nivea-Hersteller Beiersdorf. Die Münchener Rück und Eon stellen ihre Zahlenwerke am Mittwoch vor, und am Donnerstag steht den Börsen mit Merck KGaA, der Deutschen Telekom, Thyssenkrupp und Adidas sowie vielen Firmen aus den hinteren Reihen noch einmal ein Tag voller Zahlen bevor. Weniger Impulse sind von den Konjunkturdaten zu erwarten. Lediglich die Auftragseingänge der deutschen Industrie am heutigen Montag und die Produktions- sowie Exportzahlen (beide morgen, Dienstag) stehen auf dem Zettel. Am Freitag veröffentlichen schließlich die USA Inflationszahlen für den Monat Juli.