Tourismus RHEINPFALZ Plus Artikel Von Frühbuchern bis Fernreisen: So startet die Reisebranche ins Jahr 2026

Bulgarien, das zum 1. Januar dieses Jahres den Euro eingeführt hat, zieht mit günstigen Angeboten viele deutsche Sommerurlauber
Bulgarien, das zum 1. Januar dieses Jahres den Euro eingeführt hat, zieht mit günstigen Angeboten viele deutsche Sommerurlauber an.

Die Veranstalter erwarten für dieses Jahr drei Prozent mehr Erlöse. Dieser Zuwachs ist jedoch ausschließlich auf gestiegene Preise zurückzuführen.

Mit der CMT (Caravan Motor Touristik) in Stuttgart steht die erste große Tourismusmesse kurz bevor und unter recht positiven Vorzeichen. Denn die mehr als 2000 Veranstalter und rund 8000 Reisebüros in Deutschland blicken mehrheitlich optimistisch auf das Touristikjahr 2026, wie eine neue Prognose des Deutschen Reiseverbands in Berlin zeigt. Demnach bleiben die Bundesbürger trotz getrübter Konjunktur- und Jobaussichten weiter unternehmungslustig und werden dieses Jahr rund 86 Milliarden Euro für Urlaubs- und Freizeitreisen mit mindestens einer Übernachtung ausgeben, das wäre ein Umsatzplus von 3 Prozent und eine weitere Rekordsumme.

„Wir erwarten eine wachsende Nachfrage vor allem für Kreuzfahrten, Fernreisen und die klassischen Badeziele am östlichen Mittelmeer“, sagt der neue DRV-Präsident Albin Loidl. Sowohl für die laufende Wintersaison (1. November bis 30. April) als auch für das wesentlich umfangreichere Sommergeschäft sind höhere Erlöse einkalkuliert, die allerdings ausschließlich aus weiteren Preissteigerungen resultieren.

Rund ein Fünftel verzichtet ganz aufs Reisen

Denn noch immer buchen insgesamt weniger Kunden als vor der Pandemie, die Branche hat die massiven Einbrüche bei den Gästezahlen noch nicht überwunden. Konkret rechnet der DRV für das Touristikjahr mit rund 138 Millionen Gästen, das wären sogar etwas weniger als im Vorjahr. Bereits in den vergangenen Jahren zeigten Untersuchungen, dass rund ein Fünftel der Bundesbürger ganz aufs Reisen verzichtet, häufig aus finanziellen Gründen und mit steigender Tendenz. Steigende Preise verschärften diese Entwicklung.

Die DRV-Prognose, die zweimal im Jahr veröffentlicht wird, umfasst sowohl Pauschal- und Bausteinreisen von Reiseveranstaltern als auch individuell zusammengestellte Urlaubsreisen. Auf beide Reiseformen entfällt je rund die Hälfte des Gesamtumsatzes. Erstellt wird die Studie auf Basis wissenschaftlicher Methoden zusammen mit der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner und Unterstützung der Marktanalysten von Travel Data + Analytics (TDA).

Trotz der Angst vor Jobverlust, weltweiten geopolitischen Unsicherheiten und der Preisentwicklung erfülle sich die Mehrheit der Deutschen auch 2026 ihre Urlaubswünsche, betont Loidl. Viele Kunden planten ihre Reisen jedoch kostenbewusster. Das zeige auch der Blick auf die aktuelle Buchungslage. Der Urlaub vor allem für Sommer werde noch früher gebucht, um sich Wunschhotels mit oft hohen angebotenen Rabatten und attraktiven Kinderfestpreisen rechtzeitig zu sichern, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer der RHEINPFALZ.

Bei Veranstalterreisen sind vor allem die östlichen Mittelmeerländer gefragt, die ein Umsatzplus von 22 Prozent verzeichnen. „Die Türkei ist bei den Frühbuchern das Sommerreiseziel Nummer 1 und vereint rund ein Viertel aller bisher für den kommenden Sommer gebuchten Veranstalterreisen auf sich“, so die Zwischenbilanz des Verbands. Auch Ägypten, Italien, das spanische Festland und Tunesien seien bei Frühbuchern besonders stark nachgefragt. Bulgarien, das zum 1. Januar dieses Jahres den Euro eingeführt hat, zieht mit günstigen Angeboten ebenfalls viele deutsche Sommerurlauber an.

Für die laufende Wintersaison erwartet der DRV bis Ende April bei Individual- und Pauschalreisen eine Steigerung der Reiseausgaben um zwei Prozent auf 28 Milliarden Euro. Die Anzahl der Reisenden werde aber gegenüber dem Winter 2025 um rund 2 Prozent auf rund 44 Millionen schrumpfen. Insbesondere bei Reisen mit Auto, Bahn oder Bus werden weniger Kunden erwartet, während Flugreisen zulegen: auf der Fernstrecke um 3 Prozent, auf Mittelstrecken gen Osten um 4 Prozent. Ein Wachstumsmotor der Branche bleiben Kreuzfahrten, erwartet werden für den Winter 6 Prozent Plus beim Umsatz und 3 Prozent mehr Seereisende.

Für den kommenden Sommer rechnet der Branchenverband nach bisherigen Zahlen mit 3 Prozent höheren Erlösen, die Bundesbürger werden demnach 58 Milliarden Euro für die schönsten Wochen des Jahres ausgeben. Die Anzahl der Reisenden soll mit 93 Millionen insgesamt stabil bleiben. Die Entwicklung bei Veranstalterreisen werde aber weiter zweigeteilt verlaufen: noch mehr Gäste bei Flugreisen zu Mittelstreckenzielen und Kreuzfahrten, dagegen weniger Kunden bei den erdgebundenen Reisen per Auto, Bahn oder Bus.

Info

Die CMT in Stuttgart (17.-25. Januar) sieht sich als weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit. Zum Jahresauftakt zeigen 1550 ausstellende Unternehmen ihre Angebote. Neben mehr als 120 Caravaning-Neuheiten und Innovationen sowie 1200 Fahrzeugen verspricht die Messe Stuttgart eine große Vielfalt an touristischen Angeboten. Partnerland ist erstmals Angola.

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