Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Verbrenner als Verlierer

Weltweit viel Aufmerksamkeit fand die Rückkehr der USA ins Pariser Klimaschutzabkommen als eine der ersten Maßnahmen des neuen U
Weltweit viel Aufmerksamkeit fand die Rückkehr der USA ins Pariser Klimaschutzabkommen als eine der ersten Maßnahmen des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Das Foto entstand in Peking.

Für den globalen Klimaschutz ist die Rückkehr der USA ins Pariser Abkommen ein wichtiges Signal. Hoffnungen, dass E-Fuels den Verbrennungsmotor retten werden, sind eine Illusion. Vor allem sind nun Sparsamkeit und Effizienz angesagt.

Zu den ersten Amtshandlungen des neuen US-Präsidenten Joe Biden noch am Tag seiner Vereidigung gehörte die Rückkehr der Vereinigten Staaten ins Pariser Klimaschutzabkommen. Damit haben sich die Perspektiven dafür, dass der Klimaschutz weltweit vorankommt, erheblich verbessert, auch wenn nach diesem Schritt mit großem Symbolwert gerade in den USA noch sehr viel konkrete Arbeit aussteht. In dieses Bild passt, dass auch von der Wirtschaft das Thema Klimaschutz zunehmend ernster genommen wird. Laut dem diesjährigen Risikobericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) sind auch während der Corona-Pandemie von 2020/21 extreme Wetterlagen, Versagen im Kampf gegen den Klimawandel und menschengemachte Umweltschäden die größten Gefahren. Peter Giger, Risiko-Chef des bei der Erstellung dieses Berichts beteiligten Versicherungskonzerns Zurich bringt das Problem auf die anschauliche Formel: „Es gibt keinen Impfstoff gegen Klimarisiken.“

E-Fuels haben extrem schlechten Wirkungsgrad

In Europa ist der Verkehr in puncto Klimaschutz der Sektor mit den größten Defiziten und den geringsten Fortschritten. Der Druck, hier nun endlich etwas zu tun, wird immer größer. Je später gehandelt wird, desto einschneidender werden die Maßnahmen sein müssen, um die mittelfristigen Klimaschutzziele zu erreichen.

Zumindest Teilen der deutschen Autoindustrie wird allmählich klar, dass die Luft für den Verbrennungsmotor immer dünner wird. Eine Art letzte Hoffnung, dass sich nichts zu ändern braucht, sind für manche E-Fuels. Das sind synthetische Kraftstoffe, die, wenn sie mit Ökostrom hergestellt werden, klimaneutral sind. Es handelt sich letztlich um eine Form der Elektrifizierung, aber um eine sehr aufwendige mit einem extrem schlechten Wirkungsgrad. Die PR-Offensive für E-Fuels und Verbrennungsmotor führt gegenwärtig der Zulieferer Bosch an. Dagegen setzt VW auf batterieelektrische Fahrzeuge und verweist zu Recht darauf, dass E-Fuels vielleicht für die eine oder andere Nische taugen, aber keine realistische Perspektive für den Massenmarkt bieten.

Einsparung und Effizienz an erster Stelle

Manfred Fischedick, Geschäftsführer des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie hat gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ klargestellt, wie beim Thema Verkehr die Prioritäten aussehen müssten: Zuerst komme das Prinzip der Einsparung, an zweiter Stelle Effizienzverbesserungen, dann an dritter Stelle batterieelektrische Fahrzeuge und erst auf Platz vier alternative Kraftstoffe. Das ist etwas völlig Anderes als die naive Vorstellung, mit E-Fuels könne alles so weiter gehen wie bisher einschließlich der massiven Energieverschwendung durch immer schwerere und immer stärker motorisierte Autos. Solange Ökostrom nicht im Überfluss vorhanden ist, sind übermotorisierte Autos auch dann problematisch, wenn sie elektrisch angetrieben werden.

Audi-Chef rechnet mit Tempolimit auf Autobahnen

Zum Thema Priorität für Einsparung gehört auch ein Tempolimit auf Autobahnen. Audi-Chef Markus Duesmann hat jetzt gesagt, er rechne inzwischen mit der Einführung eines Tempolimits, weil sich der CO2-Reduktionseffekt nicht wegdiskutieren lasse. Bei der Bildung einer schwarz-grünen Koalition im Bund müsste der Union ein Tempolimit deutlich leichter fallen als Konzessionen bei anderen Forderungen der Grünen, die für die Wirtschaft sehr viel problematischer wären.

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