Wirtschaft Verbraucher-Tipp: Vorsicht beim Online-Ticketkauf

Kehl. Beim Kauf von Eintrittskarten im Internet für begehrte Veranstaltungen wie Konzerte, Musicals oder Fußballspiele sollten Kunden vorsichtig sein, um nicht an einen unseriösen Anbieter zu geraten, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) in Kehl
Regelmäßig erhielten Verbraucherzentren in Europa Beschwerden von Kunden über versteckte Zusatzgebühren, die Lieferung falscher Tickets oder unbeantwortete Reklamationen. Zum eigenen Schutz sollten sich Ticket-Interessenten vor einem Kauf klar machen, wer Anbieter der Eintrittskarte sei, raten die Verbraucherschützer. „Beim Veranstalter oder einem offiziellen Vorverkäufer ist weniger zu befürchten als bei einer Ticketbörse“, so das EVZ: Außerdem sollten die Verbraucher im Internet nach Erfahrungsberichten über den Anbieter suchen und im Impressum prüfen, ob der Name und andere wichtige Angaben wie Postadresse und Handelsregisternummer enthalten sind. Während des gesamten Bestellvorgangs sollte auch darauf geachtet werden, ob vielleicht ein Weiterleiten auf eine andere Webseite erfolgte. Ein Widerrufsrecht gebe es beim Ticketkauf grundsätzlich nicht. Dem EVZ zufolge hat die italienische Wettbewerbsbehörde Strafen von 1,7 Millionen Euro für den Anbieter Ticketone SpA sowie die Online-Ticketbörsen Seatwave, Viagogo, Ticketbis und Mywayticket verhängt. Ticketone habe nicht verhindert, dass viele Tickets „zu massiv überteuerten Preisen“ auf dem sogenannten Zweitmarkt landeten. Den Ticketbörsen werde zur Last gelegt, den Verbrauchern wesentliche Informationen vorzuenthalten. Viagogo hat die Verbraucherzentrale Bayern bereits im Februar 2017 abgemahnt. Sie kritisiert vor allem, dass das Unternehmen nicht als Ticketbörse, sondern als offizielles Ticket-Verkaufsportal aufgetreten sei. |shp