Fragen und Antworten
Terminalpanne: Wann sind Kartenzahlungen wieder möglich?
Was ist passiert?
Seit dem 24. Mai streikt ein bestimmtes Kartenlesegerät, sodass bargeldloses Zahlen damit nicht mehr möglich ist. Es handelt sich um den Terminal H5000 des Herstellers Verifone. Solche Geräte mieten Händler und Gastronomen in der Regel. Die Terminals lesen EC- oder Kreditkarten der Kunden über den Magnetstreifen, Chip oder auch kontaktlos. Um die Zahlung freizugeben, geben Kunden entweder die Pin ein oder unterschreiben auf dem Display.
Wo liegt das Problem?
Verifone spricht in einer kurzen Mitteilung auf seiner Internetseite von einer Software-Fehlfunktion und betont, dass kein Zertifikat abgelaufen sei und es auch keine Sicherheitslücke gebe. Zertifikate sind eine Art Identitätsnachweis für Geräte, sie garantieren einen sicheren Datenaustausch. Näher geht das Unternehmen bislang nicht auf die Störung ein. Diese könnte damit zu tun haben, dass H5000 seit Ende 2019 nicht mehr verkauft wird und ausgemustert werden sollte. Der Betrieb mit einem ausgelaufenen technischen Standard ist nur noch in einer Übergangszeit erlaubt. Um das zu gewährleisten, sollten die Geräte vor einigen Monaten schon ein Update erhalten. Das scheint teilweise nicht erfolgt zu sein.
Wie viele Händler sind betroffen?
Dazu gibt es keine genauen Angaben. H5000 ist laut Hersteller Verifone das meistgenutzte Terminal in Deutschland. Aus eigenen Mitteilungen von Aldi Nord und Netto ist bekannt, dass viele ihrer Filialen betroffen waren. Die entsprechenden Terminals sollten ersetzt werden, bargeldloses Zahlen sollte inzwischen wieder möglich sein. Auch bei Drogerieketten wie Rossmann oder DM, Tankstellen und kleineren Geschäften trat das Problem auf. Payone – einer der Dienstleister, die Zahlungen per Karte abwickeln – erklärte auf Anfrage, man habe 60.000 Terminals des Typs Verifone H5000 im Markt – quer über alle Branchen hinweg verbreitet.
Wie soll das Problem behoben werden?
Von Verifone heißt es dazu: „Wir haben eine Update-Lösung zur Behebung des Problems entwickelt. Wir arbeiten nun mit Hochdruck gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern an der Bereitstellung dieser Lösung für die betroffenen Terminals im Feld.“ Payone teilte am Mittwoch mit, man habe „umgehend damit begonnen, diese Lösung bei ausgewählten Kunden einzusetzen und konnten damit bereits erste positive Ergebnisse erzielen“. Sukzessive werde man Technikereinsätze vor Ort koordinieren. Ein aufwendiges Verfahren. Erste Terminals seien auch bereits ausgetauscht und weitere Ersatzgeräte beschafft worden.
Concardis, ein weiterer Dienstleister, hält das Update „nach eingehender Testung aufgrund der Komplexität und eines verbleibenden Fehlerrisikos“ allerdings nur für eine vorübergehende Lösung. Das Unternehmen will laut einer Mitteilung Bezahlterminals bei den Händlern schnellstmöglich austauschen und Alternativgeräte zur Verfügung stellen. „Aufgrund des hohen Aufkommens kann das verständlicherweise jedoch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.“ Angaben zur konkreten Anzahl seiner Kunden macht Concardis nicht.
Was bedeutet das für die Verbraucher?
Teilweise könnte noch einige Zeit Bargeld das Zahlungsmittel der Wahl sein. An manchen betroffenen Geräten sollen nach Angaben des Herstellers die kontaktlosen Transaktionen und Zahlungen per Lastschrift weiterhin möglich sein. In diesem Fall muss der Kunde nicht seine Pin eingeben, sondern unterschreiben. Die Probleme führten „die Risiken vor Augen, die eine zu starke Abhängigkeit unserer Wirtschaft von unbaren Zahlungsinstrumenten mit sich bringt“, sagt Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Finanzaufsicht Bafin hat sich eingeschaltet und will sich ein Bild über das Ausmaß der Störung verschaffen. Auch der Handelsverband Deutschland kündigte an, die Auswirkungen des Ausfalls aufzuarbeiten.