Auto-Test
Suzuki Swace: Kompakter Kombi
Auch von ihm gibt es eine Kurzfassung, die aber Toyota Corolla heißt, womit wir bei des Pudels Kern wären: Suzuki baut den Swace in Lizenz in seinem ungarischen Werk, um seine europäischen Kunden bei der Kombi-Stange zu halten.
Ansonsten ist der japanische Hersteller vor allem mit Kleinwagen wie Ignis und Swift sowie Allradlern wie Jimny, Vitara und S-Cross bei uns aktiv. Die Zusammenarbeit mit Toyota hat zur Folge, dass man dortige Modellpflegen mitgehen muss – beim Swace im vergangenen Jahr.
Wie fühlt man sich in diesem Auto?
Wie in einem Toyota, wenn man vom Markenzeichen in Lenkradmitte absieht. Die Innenraumgestaltung ist dunkel, schwarz sind die Klavierlack-Einlagen in der Mittelkonsole. Ein paar Chromleisten und weiße Schmucknähte lockern das Bild auf. Bemerkenswert ist die Beinfreiheit der drei Hinterbänkler – auch für den mittleren, weil der Mitteltunnel niedrig gehalten ist.
Welchen Antrieb hat das Auto?
In diesem Vollhybrid arbeiten ein 1,8-Liter-Benziner mit 98 PS/72 kW und ein E-Motor mit 96 PS/70 kW abwechselnd und mitunter gemeinsam – alles elektronisch gesteuert. Nur unter Strom kommt man mit zartem Gasfuß höchstens drei Kilometer weit – mehr rückgewonnene Energie gibt die kleine Pufferbatterie unter den Rücksitzen nicht her. Ein wesentlicher Sinn der Elektrifizierung besteht darin, bei der Beschleunigung zu helfen und somit Verbrauchsspitzen abzuschneiden. Die Kräfte werden mit Hilfe einer stufenlosen CVT-Automatik übertragen, die in Fernost sehr beliebt ist und auf eine europäische Erfindung zurückgeht. Man spürt die Hybrid-Erfahrung des Partners Toyota, der ja anfangs vielbelächelter Pionier dieser Antriebsart im Jahre 1997 war, besonders an der Zapfsäule, wo sich der vorhergesagte WLTP-Normverbrauch in unserem Test nicht als Ammenmärchen erwies und wir nur wenig darüberlagen.
Was bietet dieses Auto?
Suzuki hat sich in Deutschland ausschließlich für eine vollausgestattete Ausführung namens Comfort + entschieden (einziges Extra: Metallic-Lack für 690 Euro). Angesichts vielfacher Fahrhilfen und Sicherheitssysteme vermisst man beim Komfort bestenfalls eine elektrische Heckklappe. Eine abgespeckte billigere Version könnte den Käuferkreis vergrößern – um preisbewusste Familien oder für berufliche Nutzungen.
Der Gepäckraum – wesentlich in einem Kombi – ist mit 596 Litern und dachhoch als Zweisitzer mit 1,6 Kubikmetern reichlich. Die Ladekante in Höhe von 64 Zentimetern liegt niedrig. Unter dem Ladeboden (stufenlos nach vorn verlängerbar) fände ein Reserverad Platz; er kann als zusätzlicher Stauraum genutzt werden, da sich nur ein kleines Paket mit Reifendichtmittel in ihm verliert.
Was fiel besonders auf?
Eine flache Heckscheibe hat in einem Coupé vielleicht ihren Platz. Aber – Rückfahrkamera hin, Parkpiepser her – ein rückwärtiger Sehschlitz in einem Kombi? Dieser Kritikpunkt geht ans Toyota-Design, wo diese Karosserie entstand.
PLUS UND MINUS
Gut funktionierende Kombination von Benzin- und Elektromotor, Platz für fünf Personen und Gepäck, niedrige Ladekante. – Unzureichende Sicht nach hinten.
AUTOGRAMM
Suzuki Swace 1.8 Hybrid CVT Comfort +
Typ: Kombi, Preis: 37.190 Euro, Länge: 4,66 Meter, Breite: 1,79 Meter, Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 2,70 Meter, Leergewicht: 1475 Kilogramm, Zuladung: 410 Kilogramm, Gepäckraum: 596 Liter, Sitze: fünf, Tankinhalt: 43 Liter; Motor: Otto-Vierzylinder, Hubraum: 1798 Kubikzentimeter, max. Leistung: 98 PS/72 kW bei 5200 U/min; E-Motor: 96 PS/70 kW; Systemleistung: 140 PS/103 kW bei 5200 U/min; max. Drehmoment Ottomotor: 142 Nm bei 3600 U/min; Drehmoment E-Motor: 185 Nm ab 1 U/min; Getriebe: Stufenlose CVT-Automatik, Spitze: 180 km/h, 0 auf 100: 9,2 Sekunden, Normverbrauch (WLTP): 4,5 Liter Benzin, CO2-Ausstoß: 102 g/km, Testverbrauch: 5,2 Liter Benzin.